Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Belehrungen, Beispiele

1. Begriff Fegfeuer
Altes Testament
Neues Testament
Apostolische Überlieferung
Beweis durch Kirche

2. Fegfeuer-Peinen
Geistespeinen
Fegfeuerpein
Weitere Fegfeuerleiden
Ansichten Fegfeuerleiden
Wenige Auserwählte
Reinheit - Himmel

3. Beweggründe Hilfe
Verdienst, Linderung
Hilferufe o. Unterlaß
Pflicht Hilfe
Helfen: Wille Gottes
Wert guter Werke
Ehre Gottes fördern

4. Helfen
Allgemeine Mittel
Gebetskraft
Ermahnung Gebet
Gebetseifer
Gebetseifer Heiliger
Schnelles Gebetserhören
Nutzen kurzer Gebete
Anruf d. Muttergottes
Macht d. Gottesmutter
Rosenkranzgebetskraft
Macht heiliger Engel
Macht der Heiligen
Kraft der Bußwerke
Gebet und Fasten
Geduldig leiden
Heilige Kommunion
Kraft hl. Meßopfers
Hilfreiches Meßopfer
Meßopfer, höchste Kraft
30 hl. Messen
Ursprung Allerseelentag
Weihwasser - Kraft

5. Dank Armer Seelen

6. Gebete, Ratschläge
Kraft - Vater unser
Das Ave Maria
Drei Ave Maria
Liebe entzünden
Weitere Rätschläge
Aufopferung hl. Messen
Aufopfg. hl. Kommunion
Lob Gottes - Sühne
Perlen d. Seelenrettung
Hl. Joseph

7. Tägliche Gebete

8. Meßmeinung
Zum Eingang
Kyrie eleison
Opferung, Präfation
Wandlung
Agnus Dei, Kommunion
Nach der Kommunion

9. Leiden Jesu
Aufopferung Sonntag
Aufopferung Montag
Aufopferung Dienstag
Aufopferung Mittwoch
Aufopferung Donnerstag
Aufopferung Freitag
Aufopferung Samstag

10. Kreuzwegandacht


Siehe auch:

Höraufnahme
Arme Seelen - Pf. H. Wagner

ABLASS - Ablässe

Katholischer Katechismus
12. Glaubensartikel
Himmel, Fegfeuer, Hölle

Nr. 296: Das Fegfeuer
Arme Seelen - Hilfeschreie  
Hl. Gertrud    
Schwätzen in der Kirche  



 



     


Kirchliche Genehmigung: Vorliegendes Buch: "Trost der Armen Seelen", herausgegeben von Joseph Ackermann, Pfarrer in Emmen, das nichts gegen die Glaubens- und Sittenlehre unserer heiligen Kirche enthält, verdient seines salbungsvollen Inhaltes wegen der Andacht des gläubigen Volkes allerdings empfohlen zu werden.
Chur, den 27. Juli 1846  (+ CASPAR VON CARL, Bischof von Chur)



Im Nachfolgenden Auszüge aus dem Buch "Trost der Armen Seelen" v. Pfarrer Joseph Ackermann: Von Klemens Kiser leicht sprachlich überarbeitet und neu herausgegeben (2. Neuauflage).
Laut Kiser: "Manche Formulierungen klingen etwas altertümlich, doch der Text sollte so wenig wie möglich geändert werden, um auch den Inhalt nicht abzuschwächen."



9. Aufopferung des Leidens und Sterbens Jesu Christi für die Armen Seelen im Fegfeuer


Am Sonntag

Von der Todesangst und dem blutigen Schweiße unseres Herrn Jesu Christi

1. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die christgläubigen Seelen im Fegfeuer alles, was Du, um die Menschen zu erlösen, gelitten hast, Deinen schmerzhaften Kreuztod und das kostbare Blut, das Du unsertwegen so häufig vergossen hast.

2. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die große Furcht und den Schrecken, die im Ölgarten Dein Herz überfallen haben, als Du Dir ganz lebhaft alle die Marter vorgestellt und deutlich vorgesehen hast, welche Du den folgenden Tag leiden solltest, weswegen Du vor Angst am ganzen Leibe zittertest.

3. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die Beklemmung und Traurigkeit, welche das Bangen vor dem bevorstehenden, bittern Tode in Dir verursacht hat, so daß Deine Seele vor unerträglicher Angst beinahe den Leib verlassen hatte, wie Du Deinen Jüngern mit den kläglichen Worten geoffenbaret hast: "Meine Seele ist betrübt bis in den Tod."

4. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Deine große Andacht und Demut, womit Du in Deiner größten Angst, um Deinen himmlischen Vater zu bitten, die Kniee gebeugt und Dein heiliges Angesicht bis auf die Erde hast sinken lassen, teils aus Ehrerbietigkeit gegen Deinen Vater, teils aus dem großen Leid, das Dein gebenedeites Herz niedergedrückt hat.

5. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Dein wehmütiges Gebet, als Du mit vielen Tränen und starker Stimme Deinen himmlischen Vater batest, daß Er den bittern Kelch Deines Leidens von Dir hinwegnehmen wolle, und doch sogleich Dich in seinen göttlichen Willen ergeben und gesagt hast: "Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe".

6. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Deine inbrünstige Liebe, die Du zeigtest, als Du, voll Angst und Betrübnis, gleichwohl Deine Jünger besucht und ermahnt hast, wider die Versuchung zu wachen und zu beten.

7. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den Trost und die Stärke, welche Dir der Engel gebracht hat, als Du in der Angst und Qual, worin sich damals Deine gebenedeite Seele befand, hättest sterben müssen, wenn der Engel vom Himmel nicht Deine Menschheit getröstet und gestärkt hätte.

8. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den harten Streit, der in Dir zwischen dem Geiste und dem Fleische vorgegangen ist, worüber Du endlich in Todesangst gefallen bist, Dich aber, weil der Geist obgesiegt, willig erklärt hast, für meine Erlösung und mein Heil zu sterben.

9. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Deine Standhaftigkeit im Gebete, obschon Du bis in den Tod betrübt gewesen und doch nicht erhört worden bist; weil Du nämlich nicht wolltest, daß Deine menschliche Natur den Trost haben sollte, erhört zu werden.

10. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Dein kostbares heiliges Blut, das Du aus unerträglichem innerlichem Schmerz und Angst so übermäßig geschwitzt hast, daß es über Deinen ganzen Leib allenthalben bis auf die Erde herabgeronnen ist.

Bitte

O Herr Jesus Christus! durch diese Deine Pein, Angst und Schmerzen, die ich Unwürdiger Dir aufopfere, durch Dein heiliges Kreuz, bitteres Leiden und Sterben, durch das Mitleiden Deiner gebenedeiten Mutter Maria bitte ich Dich, erlöse gnädig die christgläubigen Seelen aus dem Fegfeuer, mich aber von der ewigen Verdammnis, und führe und nimm mich dahin auf, wohin Du den Schächer, der mit Dir gekreuzigt worden, aufgenommen hast; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in der Einheit des heiligen Geistes als wahrer Gott in Ewigkeit. Amen.


Am Montag

Von den Leiden, die unser Heiland ausgestanden, nachdem Er gefangen worden, bis er zum Hohenpriester Annas geführt worden ist

1. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Deinen geneigten Willen und Deine Begierde zu sterben, die Du zeigtest, als Du von dem Gebete aufgestanden und mit blutigem Schweiße noch ganz überronnen, Deinen Feinden entgegen gegangen bist, darauf Dich denselben zu erkennen gegeben und gesagt hast: "Ich bin es, den ihr suchet!"

2. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer das Herzenleid, das Du empfunden hast bei der Verräterei des Judas, als er dich den Juden um dreißig Silberlinge verkaufte und durch einen solchen Kuß in ihre Hände lieferte, worüber Du einer der größten Schmerzen erlitten, die je Dein liebevolles Herz durchdrungen haben.

3. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Deine unbeschreibliche Angst und Qual, da Du von einer großen Schar Soldaten wütend angefallen und so grausam bist gebunden worden, daß es unmöglich ist, sich alles dieses vorzustellen.

4. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Deine wunderbare Geduld im Übertragen so vieler Schläge und Stöße, die sie Dir mit Fäusten, Stangen und Spießen gegeben, das Haar aus Deinem heiligen Haupte gerauft, und Dein göttliches Angesicht mit gräulich unreinem Speichel besudelt haben; zu dem allem Du, als ein ganz unschuldiges Lamm, nicht ein Wort geredet hast!

5. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die Liebe Gottes, und daher auch die völlige Geduld und Vereinigung mit dem Willen Deines himmlischen Vaters, welche Du während Deiner Marter innerlich stets geübt, und dabei all Dein Leiden ihm zur Genugtuung für unsere Sünden aufgeopfert hast.

6. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den tiefen Schmerz und die innere Betrübnis, die Du empfunden, als Du in Deiner größten Widerwärtigkeit von allen Deinen liebsten Jüngern bist verlassen worden, die sich alle, da sie Dich gefangen und gebunden sahen, von Dir entfernten.

7. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer alle die Peinen, welche Dir die jüdischen Knechte angetan, während dem sie dich vom Ölberge bis zu dem Hause des Hohenpriesters Annas führten, immerwährend hart schlugen, schalten, und sogar, besonders den Berg herab, schleiften.

8. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die große Schmach, welche Dir die gottlosen Knechte angetan, als sie alle über den Steg gingen, und Dich allein durch den reißenden Bach Cedron zogen, welches Dir, o zartester Herr Jesus! bei so kalter Zeit sehr wehe getan hat.

9. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die tiefe Demut, in der Du mit gesenktem Haupte und gebundenen Händen vor dem Hohenpriester Annas stundest, der hingegen voll stolzen Sinnes, nicht anders, als ob Du ein Missetäter wärest, Fragen an Dich gestellt hat.

10. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den erschrecklichen Backenstreich, den Dir ein gemeiner Knecht mit geballter Faust so heftig gegeben, daß Dir Dein heiliges Blut häufig aus dem Munde hervorgeflossen ist.

Bitte

O Herr Jesus Christus! durch diese Deine Pein, Angst und Schmerzen, die ich Unwürdiger Dir aufopfere, durch Dein heiliges Kreuz, bitteres Leiden und Sterben, durch das Mitleiden Deiner gebenedeiten Mutter Maria bitte ich Dich, erlöse gnädig die christgläubigen Seelen aus dem Fegfeuer, mich aber von der ewigen Verdammnis, und führe und nimm mich dahin auf, wohin Du den Schächer, der mit Dir gekreuzigt worden, aufgenommen hast; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in der Einheit des heiligen Geistes als wahrer Gott in Ewigkeit. Amen.


Am Dienstag

Von allem, was der Herr in dem Hause des Hohenpriesters Kaiphas die ganze Nacht durch gelitten hat

1. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die Schmach und Unbild, daß Du, so hart gebunden, zu dem Hohenpriester Kaiphas bist geführt worden, wo Deine Feinde, wie wütende Hunde versammelt, auf Dich gewartet und dich mit grimmigem Gesicht empfangen haben.

2. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die falschen Anklagen und Zeugnisse, welche die Bösewichte wider Dich vorgebracht haben, worunter sich aber keine einzige wahr befunden, sondern Deine Unschuld, mitten in der Verfolgung, sich klar gezeigt hat.

3. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Dein tiefes Stillschweigen, da Du bei so verschiedenen offenbaren Unwahrheiten, die man gegen Deine Unschuld erdichtet, und vor so vielen falschen Zeugen, die wider Dich aufgestanden sind, nicht einmal Deinen heiligen Mund geöffnet und kein einziges Wort zu Deiner Rechtfertigung geredet, sondern alles mit größter Geduld übertragen hast uns zum Beispiele, daß wir Dir hierin nachfolgen sollen.

4. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer das stolze Verfahren des Kaiphas gegen dich, da er Dich bei dem lebendigen Gott beschworen hat, zu sagen, ob Du der Sohn Gottes seiest, und Du mit aller Demut aus Ehrerbietigkeit gegen Deinen himmlischen Vater geantwortet hast, Du seiest derselbe, und werdest mit großer Herrlichkeit kommen, die Welt zu richten.

5. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die unleidliche Schmach, daß die Gottlosen, statt daß sie sich auf diese Antwort sogleich zur Erde hätten werfen und Dich als wahren Gott anbeten sollen, Dich hingegen als einen Missetäter und Gotteslästerer zum Tode verurteilt haben.

6. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den wütenden Grimm, womit Dich einige angespieen und mit Fäusten geschlagen, andere aber Dir Backenstreiche gegeben haben, Du hingegen alles dieses geduldig erlitten und nicht den geringsten Unwillen darüber gezeigt hast.

7. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die verächtliche Behandlung, da man Dir unreinen Speichel in Dein heiliges Angesicht gespieen hat, in der Meinung, man könne, da sonst der Mensch aus Achtung für die Anwesenden auf die Seite und in einen Winkel speit, keinen verächtlicheren Ort dazu finden, als Dein heiliges Angesicht.

8. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den Spott, den Dir die rohen Soldaten angetan, da sie Dir die Augen verbunden, Backenstreiche gegeben und gesprochen haben: "Weissage uns Christus! Wer ist es, der Dich geschlagen hat?" als ob die verblendeten Krieger die hellglänzenden Strahlen Deines göttlichen Angesichtes nicht hätten ertragen können.

9. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die dreimalige Verleugnung Petri, als er sogar mit einem Schwure beteuerte, er kenne Dich nicht, worüber Du großen Schmerz, aber auch inniges Mitleiden mit ihm empfandest, und deswegen ihn mit barmherzigen Augen angeschaut hast, so daß er augenblicklich seinen Fehler erkannt und bitter beweint hat.

10. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer alle die Schmach und Pein, welche Du dieselbe ganze Nacht durch gelitten, da die unbarmherzigen Diener der Juden, welche dich bewachten, mit Schmachworten, Backenstreichen, Verspeien Deines heiligen Angesichtes, und noch auf manch andere Weise Dich so gepeinigt haben, daß, nach der Lehre des heiligen Hieronymus, bis an den jüngsten Tag nicht alles werde offenbar werden, was Du nur in dieser schmerzvollen Nacht gelitten hast.

Bitte

O Herr Jesus Christus! durch diese Deine Pein, Angst und Schmerzen, die ich Unwürdiger Dir aufopfere, durch Dein heiliges Kreuz, bitteres Leiden und Sterben, durch das Mitleiden Deiner gebenedeiten Mutter Maria bitte ich Dich, erlöse gnädig die christgläubigen Seelen aus dem Fegfeuer, mich aber von der ewigen Verdammnis, und führe und nimm mich dahin auf, wohin Du den Schächer, der mit Dir gekreuzigt worden, aufgenommen hast; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in der Einheit des heiligen Geistes als wahrer Gott in Ewigkeit. Amen.


Am Mittwoch

Von allem, was unser Heiland erlitten hat des andern Tages frühe, vor und während der Geißelung

1. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die dreifache Beschuldigung, welche die Vorsteher der Priester und die ältesten des jüdischen Volkes vor Pilatus gegen dich vorbrachten, daß Du nämlich ein Verführer des Volkes seiest, dem Volke verboten habest, dem Kaiser die Steuer zu bezahlen, und dich für den König der Juden ausgegeben habest.

2. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die tiefe Demut, womit Du Dich gebunden über die Gassen zum König Herodes hast führen lassen, und von diesem, als Du auf seine Fragen nicht geantwortet, ganz übermütig verachtet und verspottet worden bist.

3. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den Schimpf, der Dir öffentlich ist angetan worden, da Dir Herodes ein schlechtes weißes Kleid hat anziehen lassen, als ob Du ein Narr wärest; worauf Du von allen Hofleuten und Anwesenden in dem Saale verhöhnt und verlacht worden bist.

4. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die vielfältige und große Schmach, die Dir widerfahren ist, als Du in dieser Kleidung wie ein Törichter durch die Gassen von Jerusalem bist geführt worden, wobei man Dich ausschalt, mit Unreinigkeit Dich bewarf, Dir alle erdenklichen Schmähworte zurief, und jedermann Dich für einen Toren hielt.

5. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die schrecklichen und gottlosen Worte, womit die Juden laut geschrieen haben: "Kreuzige Ihn! Kreuzige Ihn!" und somit verlangten, daß Du an das Kreuz genagelt, der berüchtigte Mörder Barabbas aber losgelassen werden sollte, welches sowohl Dir als Deiner liebsten Mutter, gleich einem scharfen Pfeile, das Herz tief verwundet hat.

6. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer alle die Schritte, welche Du getan, als man Dich zur Geißelung führte, und die innerliche Angst und Furcht Deiner menschlichen Natur davor, zugleich aber auch die Liebe und Begierde, womit Du zu dieser schrecklichen Marter gegangen bist.

7. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die jungfräuliche Scham und den Schmerz, den Du empfandest, als Du ganz nackt ausgezogen und an die Säule gebunden wurdest, wobei die Stricke so fest angezogen wurden, daß das heilige Blut aus Deinen Armen und Händen hervorgequollen ist.

8. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die entsetzlichen unmenschlichen Streiche (und einen jeden besonders), die Du durch die grausamen Henkersknechte von den Geißeln, Ruten und Stricken empfangen hast, so daß gleich anfangs Dein Fleisch tief verwundet worden und Dein heiliges Blut häufig herabgeflossen ist.

9. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer das zärtliche Mitleiden Deiner lieben Mutter, als sie alle Deine Marter gegenwärtig mit angesehen hat, und, so oft Dir ein Streich gegeben wurde, zugleich auch ihr mütterliches Herz tödlich ist verwundet worden.

10. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die vielen heiligen Wunden, welche Du über 5000 Streichen empfangen hast, so daß an Deinem ganzen Leibe, außer der Zunge (mit der Du nachher am Kreuze für die Sünder gebetet) nichts unversehrt geblieben ist, und Du, sobald man die Stricke aufgelöst, vor Mattigkeit zur Erde gesunken und in Deinem heiligen Blute gelegen bist, endlich selbst dich wieder hast ankleiden müssen.

Bitte

O Herr Jesus Christus! durch diese Deine Pein, Angst und Schmerzen, die ich Unwürdiger Dir aufopfere, durch Dein heiliges Kreuz, bitteres Leiden und Sterben, durch das Mitleiden Deiner gebenedeiten Mutter Maria bitte ich Dich, erlöse gnädig die christgläubigen Seelen aus dem Fegfeuer, mich aber von der ewigen Verdammnis, und führe und nimm mich dahin auf, wohin Du den Schächer, der mit Dir gekreuzigt worden, aufgenommen hast; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in der Einheit des heiligen Geistes als wahrer Gott in Ewigkeit. Amen.


Antlitz Jesus Christi (Turiner Grabtuch)


Am Donnerstag

Von allem, was unser göttlicher Heiland bei seiner schmerzlichen Krönung gelitten hat

1. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer alle die schmerzlichen Schritte, welche Du getan, als man Dich in den Hof des Pilatus geführt hat, um dich da mit Dornen zu krönen, wobei Du noch voll der Schmerzen und des Blutes warst, das frisch und reichlich aus Deinen heiligen Wunden, die Du bei der grausamen Geißelung empfangen, zur Erde rann.

2. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den unglaublichen Schmerz, welchen Du am ganzen Leib empfunden hast, als Dir die Henkersknechte das Kleid, das an dem Fleische und an den Wunden angeklebt war, mit Gewalt herunter gerissen haben, weswegen Du von neuem anfingest, aus allen Wunden Blut zu vergießen.

3. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die große Schmach, welche Dir die Soldaten angetan, als sie Dir ein altes Purpurkleid angezogen, ein Rohr statt eines Zepters in die Hand gegeben und eine dornene Krone aufgesetzt, endlich Dich mitten im Hofe auf einen Stein niedergesetzt haben.

4. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die furchtbare Pein, welche Du gelitten, als Dir die Bösewichte die dornene Krone mit schweren Stöcken und Rohren in das Haupt hineingedrückt und mit geharnischten Händen aus allen Kräften heruntergezogen haben, so zwar, daß die spitzigen Dornen sehr tief hineingedrungen sind, und Dir unsäglichen Schmerz verursacht haben.

5. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer all das kostbare Blut, das von Deinem heiligen Haupte wie von einem durchlöcherten Siebe, allenthalben bis zur Erde herabgeflossen ist, während dem Du doch, o gütiger Heiland! Deine gewöhnlichen innerlichen Übungen der Liebe, des mutigen Vertrauens und der Geduld nicht unterlassen, sondern alle diese schrecklichen Schmerzen Deinem himmlischen Vater für mein Heil aufgeopfert hast.

6. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer alle die harten Streiche, welche Dir die Soldaten mit eben dem Rohre, das Du in der Hand hieltest, auf die dornene Krone gegeben, und diese immer noch tiefer in Dein heiliges Haupt hineingedrückt haben, wodurch die Wunden noch größer geworden, und das Blut in großer Menge herausgeflossen ist.

7. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer all das höhnische Gelächter der Soldaten über Dich und den Spott, den sie in Deiner größten Pein mit Dir getrieben, als sie die Kniee spöttisch vor Dir beugten, zugleich Dich so erbärmlich in Dein heiliges Angesicht schlugen, daß man es in der Ferne hörte, und Dir höhnisch zuriefen: "Sei gegrüßt, König der Juden!"

8. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer alle die unaussprechliche Schmach, welche Dir zugefügt worden, als die Menge der Unmenschen Dein heiliges Angesicht mit ihrem unflätigen Speichel ganz bedeckten.

9. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die jungfräuliche Scham, welche Du empfunden hast, als Pilatus, Dich o König des Himmels und der Erde! fast nackt und bloß dem ganzen Volke vorgestellt, ihm alle Deine Wunden gezeigt und gesprochen hat: "Seht da den Menschen!"

10. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer das große Geschrei, welches das jüdische Volk erhoben hat, als es rief: "Kreuzige Ihn! Kreuzige Ihn!" wodurch es seinen großen Neid und Grimm gegen Dich zu erkennen gab, was Dich und Deine gebenedeite Mutter innerlich unaussprechlich betrübte.

Bitte

O Herr Jesus Christus! durch diese Deine Pein, Angst und Schmerzen, die ich Unwürdiger Dir aufopfere, durch Dein heiliges Kreuz, bitteres Leiden und Sterben, durch das Mitleiden Deiner gebenedeiten Mutter Maria bitte ich Dich, erlöse gnädig die christgläubigen Seelen aus dem Fegfeuer, mich aber von der ewigen Verdammnis, und führe und nimm mich dahin auf, wohin Du den Schächer, der mit Dir gekreuzigt worden, aufgenommen hast; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in der Einheit des heiligen Geistes als wahrer Gott in Ewigkeit. Amen.


Kreuztragung Jesu


Am Freitag

Von dem, was unser Heiland gelitten, als Er das Kreuz auf den Kalvarienberg trug, und daran angenagelt wurde

1. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die sehr große Beschwerde, womit Du das heilige Kreuz auf den Kalvarienberg getragen hast, welches so schwer und groß gewesen ist, daß es Dir eine breite und tiefe Wunde in die Schulter eingedrückt und heftigen Schmerz verursacht hat.

2. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die vielfältige Marter, welche Dir die unbarmherzigen Soldaten auf dem ganzen Wege angetan, indem sie Dir bald den Strick am Hals angezogen, bald Dich mit den Füßen fortgestoßen, bald mit Stöcken und Spießen geschlagen und noch auf viele andere Weise gepeinigt haben.

3. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die drei harten Fälle, die Du aus großer Schwachheit unter der schweren Last des heiligen Kreuzes getan hast, so daß Dein ganzer Leib davon erschüttert wurde, worauf Du aber unter Schlägen an Stricken und bei den Haaren wieder emporgezogen worden bist.

4. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die große Schmach, welche Du gelitten, als sie Dich, mit einem Kreuze auf der Schulter gebunden, von dem ganzen Volke verlacht, zwischen zwei Mördern nicht anders als wie einen Missetäter zur Stadt hinausgeführt haben.

5. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer das zarte Mitleiden, welches Du mit Deiner liebsten Mutter gehabt hast, als sie Dich auf der Straße gefunden und umarmt hat, aber von Dir hinweggetrieben worden, und Du weiter zu gehen genötigt worden bist.

6. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die große Schmach und Mattigkeit, als Du Dich nicht mehr auf den Füßen halten, und noch viel weniger das Kreuz weiter tragen konntest; deswegen Simon von Cyrene angehalten wurde, es Dir tragen zu helfen, und Du ferner mit harten Streichen den Kalvarienberg hinauf zu gehen gezwungen worden bist.

7. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den bittern Trank von Galle gemischt, der Dir auf dem Kalvarienberge gereicht worden ist, um Dich in Deiner Schwachheit zu stärken, den Du zwar verkostet, aber dadurch Deinen heiligen Mund verbittert hast.

8. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die Unbarmherzigkeit, womit Du ganz nackt ausgezogen wurdest, und Dir die Kleider, welche an die Wunden und an das Fleisch angeklebt waren, abgerissen wurden, wodurch alle Wunden neuerdings geöffnet worden sind, und Dein heiliges Blut, besonders am Haupte, aus den von den Dornen verursachten Wunden in Menge herausgeflossen ist.

9. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den unglaublichen Schmerz, den Du empfunden hast, als die Soldaten Deine heiligen Hände und Füße an das Kreuz annagelten, wobei die Nägel zugleich in das mitleidige Herz Deiner gebenedeiten Mutter eingedrungen sind.

10. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Deine eigene Aufopferung, als Du nämlich unter vielen Tränen und Seufzern Dich selbst Deinem himmlischen Vater aufgeopfert und durch den darauf erfolgten Tod ihn versöhnt, den Menschen erlöst und ihm den Himmel wieder geöffnet hast.

Bitte

O Herr Jesus Christus! durch diese Deine Pein, Angst und Schmerzen, die ich Unwürdiger Dir aufopfere, durch Dein heiliges Kreuz, bitteres Leiden und Sterben, durch das Mitleiden Deiner gebenedeiten Mutter Maria bitte ich Dich, erlöse gnädig die christgläubigen Seelen aus dem Fegfeuer, mich aber von der ewigen Verdammnis, und führe und nimm mich dahin auf, wohin Du den Schächer, der mit Dir gekreuzigt worden, aufgenommen hast; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in der Einheit des heiligen Geistes als wahrer Gott in Ewigkeit. Amen.


Am Samstag

Von allem, was unser Heiland gelitten, so lange er lebendig am Kreuze gehangen ist

1. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die unendlichen Schmerzen, die Du am ganzen Leibe erlitten hast, als Du das Haupt mit spitzigen Dornen ganz durchstochen, das Angesicht von den vielen Schlägen ganz aufgeschwollen, den Mund von dem Gallentrank voll Bitterkeit, die Augen voll Blut und die Ohren voll Gotteslästerungen hattest!

2. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die drei martervollen Stunden, während denen Du lebendig am harten Kreuze gehangen hast, und zwar mit unaussprechlichen Schmerzen besonders der Hände und Füße, die mit scharfen Nägeln durchbohrt, Deinen ganzen Leib am Kreuz haben festhalten und tragen müssen.

3. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die übrigen Teile und Glieder Deines heiligen Leibes, die mehr als andere gelitten haben, indem sogar die Adern, Nerven und Gebeine aus ihren natürlichen Stellungen gezogen worden sind, und Dein ganzer heiliger Leib voll Wunden und Schmerzen gewesen ist.

4. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer das zärtliche Mitleiden, das Dein kindliches Herz empfunden hat, als Du Deine liebste Mutter von tiefem Schmerz durchdrungen, Deine liebe Jüngerin Magdalena das Kreuz umfangend und Deinen Lieblingsjünger Johannes in tiefster Betrübnis gesehen hast.

5. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die Schmach und Spottreden, welche Dir die Hohenpriester und Schriftgelehrten nebst den Pharisäern zugeschrieen, und Dich als einen Toren verlacht und gelästert haben.

6. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer die heißen Tränen und tiefen Seufzer, unter denen Du am heiligen Kreuze zu Deinem himmlischen Vater für Deine Kreuziger gebetet, sie entschuldigt und gesagt hast: "Vater! verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."

7. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den brennenden Durst, welchen Du gelitten und deswegen am heiligen Kreuze ausgerufen hast: "Mich dürstet!", worauf die grausamen Soldaten an einem Schwamme Essig darreichten, welches Dir in Deinen heiligen Wunden und in allen Nerven großen Schmerz verursacht hat.

8. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer Deine traurige Verlassenheit von Deinem himmlischen Vater und von allen Geschöpfen und Deine Klage darüber, als Du mit lauter Stimme gerufen: "Mein Gott! Mein Gott! Warum hast Du mich verlassen?"

9. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer den letzten und größten Schmerz, den Du gelitten, als sich Deine Seele von dem Leibe trennte, und Du dieselbe Deinem himmlischen Vater mit lauter Stimme empfohlen und gesprochen hast: "Vater! In Deine Hände empfehle ich meinen Geist."

10. Ich opfere Dir auf, Herr Jesus Christus! für die Armen Seelen im Fegfeuer alle die Schmerzen und das bittere Mitleiden, so Deine gebenedeite Mutter während Deines ganzen Leidens und besonders auf dem Kalvarienberge, bis zu Deiner glorreichen Auferstehung erduldete, als sie Dich am Kreuze hangen, so kläglich rufen und sterben, Deine Seite mit dem Speer verwunden, Deinen heiligen Leichnam in ihren Armen liegen, und endlich begraben gesehen hat.

Bitte

O Herr Jesus Christus! durch diese Deine Pein, Angst und Schmerzen, die ich Unwürdiger Dir aufopfere, durch Dein heiliges Kreuz, bitteres Leiden und Sterben, durch das Mitleiden Deiner gebenedeiten Mutter Maria bitte ich Dich, erlöse gnädig die christgläubigen Seelen aus dem Fegfeuer, mich aber von der ewigen Verdammnis, und führe und nimm mich dahin auf, wohin Du den Schächer, der mit Dir gekreuzigt worden, aufgenommen hast; der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in der Einheit des heiligen Geistes als wahrer Gott in Ewigkeit. Amen.



10. Kreuzwegandacht für die Armen Seelen


Siehe hierzu:

ArmeSeelen_Trost_mit_Bild_2.pdf    (PDF-Datei kleines Format)    Seite 49 - 56
ArmeSeelen_Trost_mit_Bild.pdf    (PDF-Datei großes Format)    Seite 37 - 42