Berufungen blühen


Sich in jungen Jahren gewissenhaft prüfen - und vertrauensvoll, demütig und beharrlich beten

Der heilige Johannes Bosco behauptete seinerzeit, ein Drittel der Jugend sei zum Priester- oder Ordensstand berufen, aber nur ein Zehntel sei sich dieser hohen Gnade bewusst. Darum müsse man sich in jungen Jahren gewissenhaft prüfen und vor allem vertrauensvoll, demütig und beharrlich beten. Dann können erst die zahlreichen Berufenen den Anruf Gottes vernehmen und großmütig antworten.


Ausharren auf dem Wege zum Priestertum, dank der schlichten Andacht

"Lieber Pater", sagte ein junger Mönch, "ich habe mir während einer Mission auf wiederholtes Drängen der Redemptoristenmissionare die Gebetsübung der Drei Ave Maria zu eigen gemacht und verdanke dieser schlichten Andacht zunächst mein Ausharren auf dem Wege zum Priestertum und später meinen Ordensberuf in der Familie des heiligen Alfons. Davon bin ich fest überzeugt."


Geschichte zweier Nonnen

... Berufung - Die 3 Ave Maria am Morgen und Abend nie vergessen

Das erste Mädchen hatte überhaupt kein sicheres Zeichen einer Berufung aufzuweisen. Wie immer in einem solchen Fall, empfahl ich ihr, jeden Morgen und Abend drei Ave Maria zu beten. Da ich oft verreisen musste, um auswärts zu predigen, verlor ich sie bald aus dem Gesicht. Nach einer Weile besuchte sie mich.
"Haben Sie ihre Drei Ave Maria vergessen?" lautete meine erste Frage.
"Lieber Pater." erwiderte sie, "das habe ich nie getan; ja ich glaube sogar, dass ich dieser Andacht meine Berufung verdanke."
"Ihre Berufung?" staunte ich.
"Ja, Pater, ich möchte in die Mission gehen."
Sie hatte wirklich in ihrem geistlichen Leben wunderbare Fortschritte gemacht und nun harrte sie voller Begeisterung auf ihre Abreise in die Mission.

... Heiratspläne nimmermehr

Das andere junge Mädchen schmiedete bereits Heiratspläne. Wie im vorhergehenden Falle durchkreuzte ich nicht etwa ihr Vorhaben, sondern gab ihr nur den einfachen Rat, jeden Morgen und Abend regelmäßig drei Ave Maria zu beten. Das führte sie getreulich aus und ihre Fortschritte in der Tugend und Frömmigkeit waren unverkennbar. Nach einiger Zeit gestand sie mir, dass die Ehe überhaupt keine Anziehungskraft auf sie ausübe. Daher wunderte ich mich nicht, als sie mir ihren Entschluss, ins Kloster zu gehen, offenbarte und freimütig erklärte, sie verdanke ihre Berufung den Drei Ave Maria. (LT.)


Verlorenes Schäflein: wieder gefunden, später ein heiligmäßiger Priester

Die ehrwürdige Schwester Maria Steiner (1813 - 1862) erzählt folgende Begebenheit: "Während der ersten Einkleidungsfeier der reformierten Kapuzinerinnen (ein Orden, der von der Dienerin Gottes in Nocera ins Leben gerufen wurde), hob ich die Augen und sah einen jungen Mann vor mir, der einen ziemlich eitlen Eindruck machte. "Siehst du den?'' sprach eine innere Stimme zu mir. "Es ist ein verlorenes Schäflein." Da betete ich für ihn und sein Bild blieb in meinem Gedächtnis haften.
Als er eines Tages an der Klosterpforte ein Almosen abgab, fragte ich ihn, ob er einen Wunsch habe. "Ich will nichts von Ihnen, "entgegnete er ziemlich barsch. Und wiederum hörte ich eine Stimme "Siehst du das verlorene Schäflein, das ich dir in der Kirche gezeigt habe?"
Kurze Zeit darauf erschien er am Sprechzimmerfenster und bat mich, drei Ave Maria für ihn zu beten, damit er den Willen Gottes erkenne (er gedachte nämlich sich zu vermählen, obwohl er bereits im Priesterseminar Theologie studiert hatte). Ich antwortete ihm lediglich, er solle diese Einstellung beibehalten, dann werde er bestimmt den Willen des Himmels erfüllen können.
Da fragte er:
"Wann darf ich wiederkommen, um von Ihnen zu erfahren, was ich tun soll?"
Ich dachte, er wolle sich über mich lustig machen, denn damals traute ich ihm nicht.
Dreizehn Tage lang betete ich für ihn, ohne dass ich in meinem Innern über die Pläne Gottes oder seine eigenen Wünsche Klarheit finden konnte. Am vierzehnten Tag fiel ich nach der heiligen Kommunion in Ekstase und hörte eine Stimme sagen:
"Nimm diesen jungen Mann beiseite und bedeute ihm, er solle sich nicht mehr mit Heiratsplänen befassen und auch nicht mehr dorthin zurückkehren, wo derlei Erwägungen angestellt wurden. Er ist nämlich das verlorene Schäflein, das du in der Kirche gesehen hast und das zum Priesterstand berufen ist. Freilich hat er viel gutzumachen, da er seine Gnaden vertändelt hat, aber wenn er nach Vollkommenheit strebt, wird er ein guter Seelenhirte werden. Ich will seinen Geist erleuchten."
Noch am selben Tage holte sich der junge Mann die erbetene Antwort. Die Dienerin Gottes unterhielt sich mit ihm vor allem über den Priesterberuf und die Ursachen, die ihn umgestimmt hatten. Die Folge davon war, dass er ernstlich in sich ging und sein Theologiestudium fortsetzte. Er wurde ein heiligmäßiger Priester und ein hervorragender Seelsorger. (LT.)


Sinnesänderung durch Novene der Drei Ave Maria - und dankend glücklich im Dienste des Herrn

Bruder Faustino Carlo schreibt: "Sieben Monate nach meiner Einkleidung im Noviziat der Schulbrüder fühlte ich mich innerlich völlig verändert. Die Begeisterung war verraucht und das Wohlgefallen an den Eitelkeiten der Welt hatte die Oberhand gewonnen. Alles erschien mir schal und leer. Gehorsam und Abtötung ließen mich erschauern, innere Sammlung deutete ich als Engstirnigkeit. Meine geistlichen Übungen wurden pure Gewohnheit. Regungen des Zornes und schlechte Launen lösten einander ab. Am schlimmsten waren die Mutlosigkeit und der nagende Groll gegen meine Oberen. Das Gebet, die heilige Kommunion und geistliche Gespräche mit meinen Seelenführern wurden mir zur Qual. Ich war, um es kurz zu sagen, ein Novize, der jede Äußerung des religiösen Lebens verabscheute. Es fehlte mir nur noch die Gelegenheit, aus dem Orden auszutreten. In dieser kläglichen Verfassung gab man mir den Rat, neun Tage hindurch drei Ave Maria zu beten. Dazu war ich gern bereit. Diese Novene bewirkte in mir eine Sinnesänderung, die an ein Wunder grenzte. Ich bekam ein ausgeprägtes Gefühl für die heilige Gegenwart Gottes. Demütigungen und Beleidigungen betrachtete ich fortan als große Wohltaten. Die Liebe zum Ordensstand wuchs von Tag zu Tag, so dass ich zu jedem Opfer entschlossen war, wenn ich nur bis ans Ende meines Lebens ein Mönch sein durfte. Seit dieser Verwandlung bin ich glücklich im Dienste des Herrn und danke Gott für diese Gnade. Lob sei Unserer Lieben Frau von den Drei Ave Maria!" (LT.)




Zum ANFANG der DREI AVE MARIA

STARTSEITE