Die Lieblingsandacht der Heiligen


Der heilige Antonius - und die Jungfräulichkeit des Geistes, des Herzens und des Leibes

Der große Wundertäter von Padua und Kirchenlehrer St. Antonius (1195 - 1231) kannte und betete bereits vor der Offenbarung der heiligen Mathilde die Drei Ave Maria zu Ehren der dreifach jungfräulichen Muttergottes. Er wollte durch dieses Gnadenmittel die eigene dreifache Jungfräulichkeit des Geistes, des Herzens und des Leibes bewahren.


Ein glühender Marienverehrer, Leonardo da Portomaurizio, und seine Marienpredigten

In der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts zog ein ebenso heiliger wie wortgewaltiger Franziskanerpater durch Italien. Er entfachte überall einen neuen Glaubensfrühling, bekehrte die Massen und wirkte Wunder. Es war Leonardo da Portomaurizio. Worin bestand nun das Geheimnis seiner apostolischen Erfolge? Er war ein glühender Marienverehrer. Auf seinen Missionsreisen hielt er vor allem Marienpredigten, da er sich davon die größte Wirkung versprach. Er war geradezu ein Apostel der Drei Ave Maria.


Jeden Morgen und Abend "zu Ehren der Unbefleckten" drei Ave Maria beten

...Eines Tages predigte er (Leonardo da Portomaurizio) über das Laster der Unzucht und erzählte dazu folgende Begebenheit:

Ein junger Römer, der diesem hässlichen Übel huldigte, musste auf Geheiß seines Beichtvaters, eines Jesuitenpaters, drei Ave Maria beten. Bei allen späteren Rückfällen in diese Sünde gab ihm sein Beichtvater immer wieder die gleiche Buße auf. Da drohte eine größere Gefahr: Der junge Mann entschloss sich zu einer Weltreise. Sein Beichtvater, dem diese Entscheidung nicht behagte, empfahl ihm beim Abschied dringend, er solle nie die Drei Ave Maria unterlassen und bei jedem Versagen Reue und Leid und einen guten Vorsatz erwecken.
So verstrichen einige Jahre. Der Weltreisende kehrte nach Rom zurück und besuchte den guten Pater.
Dabei stellte sich heraus, dass aus einem unverbesserlichen Sünder ein ganz anderer Mensch geworden war. Von den früheren Bedrängnissen war keine Spur mehr vorhanden. Er erklärte dem erstaunten Beichtvater:

"Erinnern Sie sich nicht mehr, Pater, an die schöne Empfehlung, die Sie mir mit auf den Weg gegeben haben. Ich sollte doch jeden Morgen und Abend zu Ehren der Unbefleckten drei Ave Maria beten. Nun gut, um dieser frommen Andacht willen hat die heilige Jungfrau mich schließlich geheilt."
...Über dieses Gnadenwunder predigte der Pater natürlich mit der gebührenden Vorsicht. Unter den Zuhörern war ein Hauptmann, der seit Jahren zu einer Frau in unerlaubten Beziehungen stand. Er glaubte nun, ein gutes Mittel gefunden zu haben, um endlich reinen Tisch zu machen. Daher begann auch er mit dieser Gebetsübung und wenige Monate später hatte er seinen guten Vorsatz verwirklicht. Kurz darauf bot sich wiederum eine verlockende Gelegenheit zu einem Rückfall in die alte Sünde. Doch die Madonna stärkte seinen Willen zu einem unbescholtenen Lebenswandel und half ihm, seine Andacht fortzusetzen.


St. Leonardo gehörte zu den Heiligen, die in besonderer Weise zur Verbreitung unserer Gebetsübung beitrugen. Er empfahl sie den Militärgeistlichen für die Soldatenseelsorge. Im Innersten überzeugt, äußerte er sich einmal bei einer religiösen Unterweisung:
"Ach, meine Lieben, macht euch doch alle mit dieser so schönen und kernig-frommen Andacht vertraut und übt sie bis zu eurem Lebensende. Ja, ich bitte sogar die Beichtväter, diese Andacht als Bußgebet aufzugeben, da sie allein mehr Früchte bringt als jede andere Buße." (Istr. Cat. XIII. Nr. 9.)

Der heilige Alfons von Liguori, der im gleichen Jahrhundert lebte, war derselben Ansicht über die Notwendigkeit und Wirksamkeit des marianischen Apostolats.
Als Prediger, Beichtvater und Schriftsteller wurde er nicht müde, sich für die Verbreitung der schönen Gebetsübung der Drei Ave Maria einzusetzen. Er wollte alle dafür gewinnen: Priester und Mönche, Sünder und Gerechte, Kinder, Erwachsene und alte Leute. Diese Andacht war das Hauptthema seiner Missionen und in seinen Werken kommt er mehr als zwanzigmal darauf zu sprechen. Er war wie andere Autoren der Ansicht, dass viele einzig und allein durch das beharrliche Beten der Drei Ave gerettet wurden.

Glühende Marienverehrer, die begeistert für die Drei Ave Maria warben, waren der heilige Pfarrer von Ars, St. Gabriele dell' Addolorata, der selige Eymard, der heilige Claret, der heilige Johannes Bosco und die heilige Gemma Galgani. Alle heiligen und seligen Redemptoristen erbten von ihrem Ordensvater St. Alfons die Vorliebe für diese fromme Andacht. Unter ihnen ragten besonders der heilige Clemens Maria Hofbauer und heilige Gerhard Majella hervor. Unsere Gebetsübung ist sogar ein Bestandteil der Ordensregel der Söhne des heiligen Alfons.

Der Apostel von Rom aus dem achtzehnten Jahrhundert, St. Giovanni Battista de Rossi, bewirkte durch diese Gebetsübung zahllose Bekehrungen. Wenn hartnäckige, zu einer beständigen, wirklichen Besserung anscheinend unfähige Sünder in seinen Beichtstuhl kamen, fand er kein gründlicheres Heilmittel als die Verehrung der heiligen Jungfrau, besonders durch das andächtige Beten der Drei Ave Maria am Morgen und am Abend.


Fromme Seele von sinnlichen Versuchungen befreit fortan in großer Seelenruhe

Eine fromme Seele, die seit elf Jahren von heftigen sinnlichen Versuchungen heimgesucht wurde und mehrmals sich in Schuld verstrickt hatte, befand sich in einem dauernden Erregungszustand, da es ihr offensichtlich nicht möglich war, sich von ihrem Elend zu befreien.
Sie beschloss, beim Kanonikus de Rossi zu beichten. Der Heilige hörte liebevoll ihr Sündenbekenntnis an und sagte dann:
"Ich mahne Sie im Auftrag Gottes zum Widerstand gegen diese Versuchung, sonst werden Sie seiner strafenden Hand nicht entgehen. Beten Sie daher jeden Abend zur allerreinsten heiligen Jungfrau und ich versichere Ihnen, dass Sie davon befreit werden. Ich werde von nun an persönlich für Sie beten; hüten Sie sich jedoch davor, in die Sünde einzuwilligen, wie Sie es in der Vergangenheit getan haben."
Von diesem Tage ab blieb dieses Beichtkind nicht nur von Rückfällen verschont, sondern litt auch nicht mehr unter den gewöhnlichen Versuchungen und lebte fortan in großer Seelenruhe.


Der Heilige erfuhr auch an sich selber die Wirksamkeit der Drei Ave Maria. Da er oft an ein und demselben Tage fünf bis sechs Predigten ohne Vorbereitung zu halten hatte, musste er sich mit einer kurzen inneren Sammlung begnügen. Dabei rief er den Heiligen Geist an und betete die gewohnten Drei Ave Maria. Gerade diese Predigten gelangen ihm so gut, dass jedermann annahm, sie seien gründlich einstudiert.




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