Die Madonna hält Wort


Besänftigung, Bekehrung und Rettung vor dem Tod durch die Drei Ave Maria

Eines Tages ließ man mich wissen, dass ein friedfertiger, aber religiös sehr gleichgültiger Herr schwer erkrankt sei. Ich besuchte ihn mehrmals und wurde immer freundlich empfangen. Das Leiden verschlimmerte sich und sein Herz wurde ständig schwächer. Da entschloss ich mich, ihn ans Beichten zu erinnern, was er seit seiner Eheschließung nicht mehr getan hatte. Bei diesem Vorschlag wurde seine sonst lächelnde Miene frostig, er wurde geradezu unliebenswürdig und wies mir die Türe mit den Worten. "Wenn Sie mich als Freund besuchen wollen, habe ich nichts dagegen. Sie versuchen aber, meinem Gewissen Gewalt anzutun. Gehen Sie und kommen Sie nicht mehr, ich werde niemals beichten!"

Ich musste mich zurückziehen. Bevor ich aber das Zimmer verließ, kniete ich mich neben das Krankenbett und sagte mit ruhiger Stimme:
"Wenn Sie schon nicht beichten wollen, erlauben Sie mir wenigstens, dass ich in Ihrer Gegenwart drei Ave Maria bete!''
Er entgegnete: "Von mir aus. Die drei Ave Maria sind übrigens das einzige Gebet, das mir geblieben ist. Ich habe meiner Frau am Totenbett versprochen, dieses Gebet stets für sie zu verrichten und dieses Gelöbnis treu zu halten. Mehr aber dürfen Sie nicht von mir verlangen."

Wir sprachen nun dreimal das vertraute Gebet, dann traf ich Anstalten zu gehen. Plötzlich fasste er mich an der Hand und sprach mit Tränen in den Augen: "Nehmen Sie mir die Beichte ab, lieber Pater!" Am nächsten Tag empfing er mit großer Andacht die heilige Kommunion und verschied sanft nach der Danksagung.


Als würde mir die heilige Jungfrau auf diese Beichte nach vierzig Jahren zulächeln

Zwei Tage vor Abschluss einer Volksmission in einer kleinen Provinzstadt meldete eine mitleidige Seele dem Missionar, dass eine Frau aus der Umgebung schwer erkrankt war. Es handelte sich um eine glaubenslose, alte Gärtnerin, die der Meinung war, sie sei nur ein wenig erkältet. Der Pater begab sich zu ihr, aber die Kranke wollte absolut nichts vom Beichten wissen. Schließlich sagte sie zu ihm:
"Kommen Sie in drei Tagen wieder, dann werden wir weiter sehen."
"Unmöglich, in drei Tagen bin ich schon abgereist." Er schenkte ihr ein Madonnenbildchen und ermahnte sie: "Heute nachmittag um vier Uhr komme ich wieder; bereiten sie sich unterdessen vor!"
Bei seiner Rückkehr fand er die arme Frau völlig verändert. Mit gefalteten Händen legte sie reuevoll eine Generalbeichte ab, so dass der Pater sie erstaunt fragte:
"Was haben Sie bloß getan, um eine so große Gnade zu verdienen?"
"Oh, nur wenig!" erwiderte sie. "Vor vierzig Jahren fand in unserer Pfarrei eine Mission statt. Ich war damals fünfundzwanzig Jahre alt und bereits verheiratet. Ich nahm an der Mission teil und musste dem Pater versprechen, zeitlebens täglich drei Ave Maria zu beten. Ich hatte immer viel zu tun, zog fünf Kinder auf, aber meine drei Ave vergaß ich nie."
Am Abend sagte die Kranke vor dem Einschlafen zu ihrer Tochter, die sie pflegte:
"Wie bin ich glücklich! Mir ist, als würde mir die heilige Jungfrau auf diese Beichte nach vierzig Jahren zulächeln."
Eine Stunde später entschlief sie sanft ohne Todeskampf.


Dem Willen Gottes ergeben sich den Himmel erschließen

Nach L. zog eines Tages eine sehr reiche, aber völlig glaubenslose Dame. Sie wohnte dort ein Vierteljahr, als sie plötzlich von äußerst heftigen Magenschmerzen gepeinigt wurde. Drei Ärzte, die man in aller Eile herbeirief, beurteilten den Fall überaus kritisch. Eine Freundin fragte sie, ob sie einen Priester wünsche.
"Auf keinen Fall!", antwortete sie: "Wenn einer kommt, lasse ich ihn Hals über Kopf hinauswerfen!"

Als ich davon gehört hatte, betete ich inständig zu Jesus und Maria und begab mich dann zum Haus der Patientin. Man ließ mich eintreten und ich konnte ungehindert die arme Kranke besuchen. Doch kaum erblickte sie mich, da wandte sie mir den Rücken zu und sagte:
"Gehen Sie fort von hier, ich will keinen Priester! Kein Wort vom Beichten! Verschwinden Sie!"

Ich musste mich zurückziehen. Weil aber der Tod nicht so schnell kam, wie zu befürchten war, wiederholte ich meine Besuche eine ganze Woche hindurch. Allerdings fand ich keine gute Aufnahme. Endlich erklärte sich die Kranke eines Tages auf mein inständiges Bitten bereit, mit mir drei Ave Maria zu sprechen. Beim Weggehen sagte ich zu den Umstehenden:

"Sie ist gerettet! Noch ehe drei Tage um sind, wird sie beichten wollen."
Tags darauf kam ich wieder und wir beteten wie am Vortag zusammen die drei Ave Maria. Am dritten Tag bat sie mich, sobald ich das Zimmer betreten hatte, um den Empfang der heiligen Sakramente.
Sie lebte dann noch zwei Monate in frommer Ergebung in den Willen Gottes: Die Drei Ave Maria hatten ihr den Himmel erschlossen. (LT.)




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