Unverhoffte Wunder


Zum Tode verurteilt - Die Hände Mariens ergreifen die des Soldaten und halten sie fest

Ein guter Christ aus Chatillon (Aosta-Tal) erzählte oft folgende Begebenheit und schwor bei Gott, dass sie sich wirklich so zugetragen hatte: "Während meiner Soldatenzeit, im Jahre 1848, war ein Kamerad zum Tode verurteilt worden und man führte ihn zur Hinrichtungsstätte. Als das Kommando an einer Marienkapelle vorbeikam, bat er, man möge ihn nur noch ein kurzes Gebet sprechen lassen, dann betete er die Drei Ave Maria - die einzige Andacht, die er noch von seiner Kindheit her im Gedächtnis behalten hatte - und hob seine gefesselten Hände zur ‚Zuflucht der Sünder.' Da, welch ein Wunder! Die Hände Mariens ergreifen die des Soldaten und halten sie fest. ‚Danke, Danke!' rufen dreihundert Soldaten, die Augenzeugen dieser wunderbaren Erscheinung sind. Der Hauptmann zögert einen Augenblick, ehe er unter dem Eindruck dieses Wunders sozusagen den Gnadenakt der Himmelskönigin ratifiziert."

"Seit dieser Zeit", beteuerte der alte Soldat, "wurde die Andacht der Drei Ave Maria in unserem Regiment eingeführt und wir verrichteten sie anschließend an das gesetzlich vorgeschriebene Gebet." (LT.)


Dem Zauber der Großstadt erlegen - Aus den Fluten gezogen - Gnade, unerhoffte Rettung

Ein fünfzehnjähriger Bub schilderte einem Kapuzinermissionar ein außerordentliches persönliches Erlebnis, worüber der Pater dann folgenden Bericht gab: Der Junge war wie so viele andere dem trügerischen Zauber der Großstadt verfallen und beschloss, sein Heimatdörflein zu verlassen. So reiste er ab - das Köpfchen voller Rosinen als harre ein Leben voller Reichtum und Glück auf ihn. Was phantasiert nicht alles so ein Fünfzehnjähriger!

Als er in der Stadt seiner Träume, einer französischen Großstadt, angekommen war, konnte er zunächst sich recht und schlecht durchschlagen. Aber eines schönen Tages waren seine Spargroschen fort. Hatte er sie verloren oder steckte ein falscher Freund dahinter? Das kann ich euch nicht sagen. Jedenfalls war der arme Junge jetzt bettelarm. Wie sollte das weitergehen? Allein, fern von der Familie, ohne einen Bissen Brot! Schon sehr bald zerstörte die Verzweiflung seine Zukunftspläne.

Da ich alles verloren habe, sagte er sich, sterbe ich lieber. So verließ er die Stadt, wanderte immer den Fluß entlang und entdeckte schließlich eine Stelle, wo ihn niemand beobachten konnte. Dann blickte er sich nach allen Seiten vorsichtig um und sprang ins Wasser. Wie lange er in der Strömung trieb, kann er selbst nicht genau sagen, vermutlich eine Viertelstunde; aber wie sollte er das wissen? Menschlich gesprochen war alles verloren, denn ich ließ mir jede Einzelheit genau berichten. Der Junge hatte sich vergewissert, ob keiner in der Nähe sei, er sah wirklich niemand und doch wurde er ein Weilchen später aus den Fluten gezogen,

Bei der Schilderung dieses Vorgangs dachte ich sofort an eine unverhoffte Rettung, eine Gnade, wie sie uns manchmal die Himmelsmutter zuteil werden läßt. Ich fragte sofort:
"Nun, mein Sohn, trägst du vielleicht das Skapulier der heiligen Jungfrau?"
"Nein."
"Aber richtest du nicht wenigstens täglich ein kleines Gebet an Maria?"
"O doch", nickte er, "seit langer Zeit bete ich Tag für Tag meine Drei Ave Maria. Morgens unterlasse ich sie nie und wenn ich sie abends versäume, dann immer nur aus Vergesslichkeit."
Da hatte ich den Schlüssel zu diesem Geheimnis.
"Maria hat dich gerettet", versicherte ich dem jungen Mann. "Niemand anders als Maria hat dich vor der Hölle bewahrt!" (LT.)


Don Bosco und der Blitz

"BETET UND SEID IMMER BEREIT ZU STERBEN, DENN DER TOD KANN VON EINEM AUGENBLICK ZUM ANDEREN KOMMEN!" hatte Don Bosco am Abend des 15. Mai 1861 zu seinen Zöglingen in Turin gesagt.
"Seht, alle Tage geschieht ein Unglück: der eine stürzt sich zu Tode, der andere wird ermordet, diesen trifft der Schlag, jenen der Blitz, und der nächste stirbt wieder eine andere Todesart. Wenn wir aber vorbereitet sind, brauchen wir den Tod nicht zu fürchten, wo auch immer er uns entgegentritt."

Nach diesen Ermahnungen ließ der Heilige im Anschluss an die gewohnten Gebete noch drei Ave Maria beten. Weitere drei fügten die Jungen andächtig im Schlafsaal hinzu. Mitternacht war gerade vorüber, als ein schreckliches Dröhnen das Haus in seinen Fundamenten erschütterte. Ein Blitz hatte in einen Kamin geschlagen und war in das Zimmer Don Boscos eingedrungen. Dort durchbrach er die Wand, verschob den Ofen und warf Bücherregal und Tisch um. Die Elektrizität sprang auf das eiserne Bett über, tauchte es in blendendes Licht, beförderte es einen Meter über dem Boden auf die entgegen gesetzte Zimmerseite, um es dann so heftig fallen zu lassen, dass der Diener Gottes herausgeschleudert wurde.

Er blieb wie gelähmt eine Weile liegen. Dann riss ihn der Gedanke an die Gefahr, in der seine Jungen schwebten, hoch. Trotz der Finsternis fand er das Bild und den Weihwasserkessel über dem Kopfende seines Bettes und tastete sich dann bis zur Zimmerklingel vor. Auf sein Läuten eilten zwei seiner Zöglinge herbei und Don Bosco sagte zu ihnen, heiter wie er war: "Dieser Flegel von einem Blitz! Kommt da ohne Erlaubnis in mein Zimmer gestürmt, wirft alles drunter und drüber und schleudert mein Bett auf die eine und mich auf die andere Seite!"

Da kam ein dritter Zögling dazu und rief: "Unsere Zimmerdecke ist eingestürzt! Don Bosco, schnell! Mehrere Kameraden sind tot!" Don Bosco erbleichte und lief schleunigst zu der Unfallstätte. Der Junge hatte in seiner Aufregung stark übertrieben. Tot war zum Glück niemand, aber es gab mehrere Verletzte. Don Bosco brauchte eine ganze Stunde, bis er alle verbunden und beruhigt hatte. (Aus Muzzatti: Florilegio di esempi mariani. 3. Auflage, S. 180 - 2, Pavia, 1943.)


Die 3 Ave Maria zuerst vergessen, dann wieder daran erinnert

Ein Priester, der eine Weile die Andacht der Drei Ave Maria gepflegt hatte, um sie schließlich zu vergessen, schrieb an einen seiner Freunde: "Wie sie wissen, plane ich ein wichtiges karitatives Werk und bin daher auf die Spenden anderer angewiesen. Ich bat daher die heilige Jungfrau, sie möge mir innerhalb von drei Tagen 300 Franken zukommen lassen und betete zu diesem Zwecke drei Ave Maria und die Anrufung ‚Gebenedeit sei die heilige und unbefleckte Empfängnis der Gottesmutter Maria!'

Am ersten Tag sprach ich dieses Gebet fünfzehnmal in der Basilica von Montmartre. Dann musste ich in die Sakristei. Wie groß war mein Erstaunen, als ich erfuhr, dass sich soeben jemand mit 300 Franken in meine Spendenliste einschrieb! Aber das ist noch nicht alles. Gestern besuchte ich einen braven Christen, für den die Nächstenliebe nicht nur eine leere Phrase ist. Ich musste etwas warten und benutzte die Gelegenheit, um die Drei Ave Maria und die Anrufung zur Unbefleckten Empfängnis zu beten. Als ich mich von ihm verabschiedete, überreichte er mir eine Spende von 300 Franken für mein Vorhaben." (LM. LT.)




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