Ein leichtes, beliebtes und segensreiches Gebet


Freidenker - sein Entschluss am Erstkommuniontag und die Drei Ave Maria

Ein Priester aus Namur schrieb mir am 17. Mai 1926: Ich war Pfarrer von N.N. In dieser Stadt lebte ein Mann, der über seiner Türe ein Schild anbringen ließ mit der Aufschrift: "Hier wohnt ein Freidenker."
Dieser Mann wurde eines Tages schwer krank und schwebte in Lebensgefahr. Ohne auf das Schild zu achten, klopfte ich an seine Türe, da ich mich als Seelsorger für ihn verantwortlich fühlte. Der Todkranke sah mich und schrie heiser:
"Mein Gewehr! Geben Sie mir mein Gewehr!" Es hing über dem Kopfende des Bettes.
"Warum nicht, mein Freund", antwortete ich, "wenn Sie es wollen, gebe ich es Ihnen."
"Haben Sie denn keine Angst?", sagte der Mann erstaunt. "Das wundert mich!"
"Aber nein, lieber Freund, überhaupt keine."
Da legte er das Schießeisen beiseite und wir begannen ein kleines Gespräch.
Einige Tage später war er einverstanden, dass ich seine Schwester, eine Klosterfrau, zu seiner Pflege kommen ließ. Diese fromme Seele entfernte zunächst das berüchtigte Schild über der Türe. Bald durfte ich dem Kranken die Sakramente spenden. Das war eine große Überraschung für mich und so sagte ich zu ihm: "Sie sind wirklich ein Glückspilz! Das ganze Leben hindurch sind Sie ein Schelm gewesen und haben in dieser Stadt alle möglichen Schurkereien begangen und doch kommen Sie in den Himmel!" - "Hoffentlich", entgegnete er.
Da fragte ich ihn, welchen Umständen er diese große Gnade zuschreibe. Er erwiderte freimütig: "Der heiligen Jungfrau. An meinem Erstkommuniontag habe ich den Entschluss gefasst, immer meine Drei Ave Maria zu beten und ich habe mein Wort gehalten. Das war übrigens meine einzige religiöse Beschäftigung." (LT.)


Zum Tode verurteilt - Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein

Am 28. Oktober 1936 verurteilte das Kriegsgericht der A. O. den aus der Mailänder Gegend stammenden Soldaten G. A. zum Tode und ordnete sofortige Vollstreckung an. Er war der Fahnenflucht und schwerer Verbrechen für schuldig befunden worden. Ohne ein Wort der Verteidigung ließ er das Urteil über sich ergehen. Diese Haltung wurde ihm zunächst als Zynismus angekreidet. Sie war aber in Wirklichkeit die Frucht christlicher Glaubenskraft, denn der Verurteilte verlangte nach den Sakramenten. Als er die Blässe im Gesicht des Militärgeistlichen bemerkte, machte er diesem sogar Mut und sagte, er sterbe gern.
Da fragte ihn der Priester, ob er die Geschichte vom guten Schacher kenne. "Ja, Pater", erwiderte er, "aber ich möchte sie sehr gern noch einmal hören." Als er die Worte Jesu "Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein" vernahm, wurden seine Augen feucht.

"Pater, Christus wird mir doch verzeihen?" "Das verheiße ich dir in seinem Namen." Da brach er in Tränen aus und schluchzte: "Pater, das ist der glücklichste Augenblick meines Lebens. Ich sterbe ruhig. Ich möchte mit meinem Blut meine Übeltat reinwaschen. Einzig und allein der Gedanke an meine Mutter macht mich traurig. Ich muß verrückt gewesen sein, sonst hätte ich das nie getan! Oh, verfluchte Bücher, ihr habt mich zugrunde gerichtet!"
Als ihm der Priester die Wegzehrung brachte, sagte er voller Freude: "Die Madonna hat mich so liebgehabt und mich gerettet." Dann erzählte er, wie ihn seine Mutter gelehrt hatte, er solle jeden Abend drei Ave Maria um einen guten Tod beten.

Als er das Dienstzimmer des Staatsanwaltes betrat, der seine Erschießung gefordert hatte, ergriff der arme Kerl die Hand des Offiziers, küsste sie und sagte weinend: "Ich sterbe gern, Herr Major, wenn Sie mir nur verzeihen." Und auf die gütige und bewegte Antwort des Offiziers entgegnete er: "Wenn Sie mir verzeihen, bete ich auch für Sie wie für alle meine Wohltäter."

Er wollte eigentlich vor der Exekution die heilige Ölung empfangen. Da das aber unmöglich war, bat er den Kaplan, er möge sie ihm spenden, sobald er von den Gewehrschüssen getroffen sei. Er küsste innig das Kruzifix und hauchte unter Stoßgebeten seine Seele aus. (Aus der "Rivista del Clero Italiano", Mai 1937.)




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