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Der HEILIGE und KIRCHENLEHRER JOHANNES VOM KREUZ

Namensfest des unverwesten, heiligen Johannes vom Kreuz: 14. Dezember
   


Heiliger Johannes vom Kreuz - Doctor mysticus - Kirchenlehrer


Johannes vom Kreuz unterhielt sich einst mit Teresa von Jesus über die Dreieinigkeit. Mitten in der Unterhaltung fühlte er, wie seine Seele von einer göttlichen Entrückung überwältigt wurde. Er versuchte, sich noch schnell am Stuhl festzuklammern, aber die Gewalt der Ekstase war zu stark und er schwebte samt dem Stuhl in die Höhe. Zu gleicher Zeit wurde auch Teresa von der Verzückung ergriffen und schwebte innerhalb des Gitters knieend in der Luft. Eine daherkommende Nonne sah bestürzt das wunderbare Ereignis, das wohl die ungewöhnlichste Begegnung zweier Menschen in der ganzen christlichen Literatur genannt werden kann" (Walter Nigg).

Der Heilige, von dem hier die Rede ist, mag in der Tat als ungewöhnlich bezeichnet werden und er ist den wenigsten wirklich bekannt. 1926 wurde der "Doctor mysticus" zum Lehrer der ganzen Kirche erhoben. Johannes vom Kreuz hat den männlichen Zweig des Karmeliterordens reformiert, wie dies für den weiblichen die hl. Teresa von Avila (s. 15. Oktober) tat, mit der ihn eine innige Freundschaft verband. Der begnadete Dichter und spanische Mystiker ist für den heutigen Menschen wohl eine der unzugänglichsten Gestalten unter den Heiligen, aber er ist zweifellos einer der größten Heiligen, die die Kirche kennt. Voll von Geheimnis, wird er kaum jemals volkstümlich werden. Sein Leben und seine Lehre hängen eng zusammen. "Er lebte, was er lehrte." Beschaulich und praktisch zugleich, ist er der "bedeutendste theologische Systematiker der Mystik in der Neuzeit", wie seine Werke bezeugen, die Papst Pius XI. "Gesetzbuch und Schule der gläubigen Seele" genannt hat.

Johannes vom Kreuz wird dargestellt als Karmelit in braunem Habit, Skapulier, Kapuze und weißem Mantel, mit Federkiel und Buch; auch Adler zu Füßen; Christus erscheint ihm mit dem Kreuz; Marienstatue haltend.

Juan de Yepes, wie er von Haus aus hieß, wurde 1542 in Fontiveros in Westspanien geboren. Sein Vater Consalvus war ein verarmter adeliger Seidenweber. Nach seinem frühen Tod kam Johannes in ein Waisenhaus, wurde im Kirchen- und Spitaldienst beschäftigt und mußte Almosen für die Kranken sammeln. Da er sich zur Erlernung eines Handwerks nicht eignete, seine hohe geistige Begabung indessen erkannt wurde, durfte er mit siebzehn Jahren die Jesuitenschule besuchen. 1563 trat Johannes in den Karmel ein und erhielt den Beinamen "vom Kreuz". Gefördert von Don Alvarez di Toledo, studierte er an der berühmten Universität von Salamanca, wo gerade zu dieser Zeit hervorragende und fortschrittliche Professoren lehrten. Zum Priester geweiht, findet seine erste Begegnung mit der großen Teresa statt. Johannes gesteht ihr, daß er Kartäuser werden will, weil der Karmel seinen Vorstellungen nicht entspreche. Teresa verspricht ihm die Reform auch des männlichen Zweiges dieses Ordens. Johannes kehrt nach Salamanca zurück und beendet seine Studien. Die Vorlesungen über die Traktate des hl. Thomas von Aquin üben einen nachhaltigen Einfluß auf ihn aus.

Immer auf der Suche nach der echten Gottesbegegnung, trat Johannes der Reform bei und nahm die erste Klostergründung der sogenannten "Unbeschuhten Karmeliter" in Durvelle vor, wo er zunächst mit einem einzigen Bruder unter unsäglichen Entbehrungen lebte. Eine weitere Gründung in Kastilien folgt. 1572 kommt er nach Avila und wird Beichtvater der Karmelitinnen. Er bewohnt mit einem zweiten Pater ein kleines Gartenhaus. Teresa hatte sofort in ihm den Heiligen erkannt. Nun aber begannen die Auseinandersetzungen mit dem alten Karmel, der in den Reformen einen regelrechten Abfall sah... Er wird als Haupt der Reform verurteilt, gefangen genommen und mit verbundenen Augen in strengste Haft nach Toledo geführt. Die Zelle ist dunkel und heiß, er wird bei Wasser und Brot gehalten und darf die Wäsche monatelang nicht wechseln; er hat nichts zum Schreiben, wird peinlichen Verhören unterzogen, oft grausam gegeißelt, um ihn zu zermürben. Man verbietet ihm die Messe zu lesen und zu kommunizieren. Johannes, von zarter körperlicher Konstitution, ist dem Tode nahe. Aber der Heilige betrachtet diese Leidenszeit als Läuterungsweg. Furchtlos steht er ungebrochen zu seiner Überzeugung. Als ein mitleidiger Bruder ihm Papier und Tinte verschafft, schreibt er im Gefängnis seine schönsten Gedichte und legt damit den Grundstein zu seiner Lehre. Durch die "Dunkle Nacht", in der der Mensch, entblößt von allem, allein ist mit Gott, geht er den "Aufstieg zum Berge Karmel", bis sich in ihm die "Lebendige Liebesflamme" entzündet, die der vollkommen geläuterten Seele die Vereinigung mit Gott schon hier auf Erden schenkt.

Nach qualvollen anderthalb Jahren Haft (?) zeigt ihm eine Eingebung der Muttergottes den Fluchtweg: er entkommt auf abenteuerliche Weise. Zunächst wendet er sich an die Karmelitinnen; denn noch wird er gesucht. Einigermaßen wiederhergestellt, wirkt er als Rektor in Baenza, fängt an seine Gedichte zu kommentieren und entwickelt seine mystische Lehre. 1580 endlich wird der Streit zwischen dem alten Karmel und den Anhängern der Reform beigelegt und die "Unbeschuhten Karmeliter", im Gegensatz zu den "Beschuhten", vom Papst bestätigt. Im Todesjahr der hl. Teresa, 1582, wird Johannes Prior in Granada. Dort war noch ein starker maurischer Einschlag vorhanden, und er kann überaus segensreich als Seelsorger und Beichtvater wirken. Hier entstehen seine Hauptschriften. 1585 wird er Provinzdekan, aber die Armut des neuen Karmels war so groß, daß er so arm wie ein Bettler reisen mußte, wenn er seine Klöster zu visitieren hatte. Zum Provinzial der "Unbeschuhten" wurde nun Pater Doria gewählt, der aus dem Bankfach kam. Dieser ganz aufs Praktische eingestellte Ordensmann vermochte dem Gedankenflug des Johannes vom Kreuz nicht zu folgen und quälte ihn mit kleinlichen Anordnungen. 1588 kam Johannes als Prior nach Segovia, wo er drei Jahre lebte.

Jedoch seine Oberen verstehen ihn nicht mehr, man verfolgt ihn mit Anschuldigungen und verleumdet ihn auf häßliche Weise, so daß die Schwestern in ihrer Angst seine Briefe verbrennen. Johannes zieht sich in die Einsamkeit zurück. Er sagte damals von sich: "... man hat mich weggeworfen wie einen alten Lumpen!" Aber er trug sein Kreuz! Man erwog zu dieser Zeit sogar seine Ausstoßung aus dem Orden, man wollte ihn los werden und als Missionar nach Mexiko schicken. Dies wurde nur dadurch verhindert, weil ein schmerzhaftes Fußleiden den ohnehin Leidenden aufs Krankenlager wirft. Er gehorcht dem Befehl, sich in das Kloster Ubeda zu begeben, dessen Abt einer seiner größten Gegner ist. Vier Monate noch leidet er furchtbare Qualen, eine unwürdige Behandlung kommt dazu. Er trägt es voller Geduld. Als er am 14. Dezember 1591 durch einen ruhigen, heiligen Tod von seinem Leiden erlöst wird, verbreitete sich köstlicher Rosenduft in der Zelle. Nun erkannte auch der irregeleitete Prior, daß ein Heiliger unter ihnen geweilt hatte.

Der Leib des hl. Johannes vom Kreuz wurde in Segovia beigesetzt und ist bis heute unverwest. 1726 wurde Johannes heiliggesprochen.


Quellbezug: "Das große Buch der Heiligen" von Erna und Hans Melchers, Südwest Verlag München

Über den zum Kirchenlehrer ernannten heiligen Johannes vom Kreuz siehe auch: www.kathpedia.com/index.php?title=Die_vicesima_septima_(Wortlaut)