Heilige Namenspatrone
Heiliger Antonius
Heilige Barbara
Heiliger Bischof Basilius
Selige Dina
Heilige Drei Könige
Hl. Johannes v. Kreuz
Heilige Klara von Assisi
Heilige Lucia
Gottesmutter Maria
Sankt Martin von Tours
Sankt Nikolaus v. Myra
Hl. Papst Silvester

Siehe auch:
www.clairval.com/
  Die Heiligen, Seligen...
www.ewtn.com/saintsHoly/
   Namenspatrone von A-Z
www.heiligenlexikon.de/
  Heiligenlexikon - Videos
kath-info.de - nightingale
  Nightingale

Der heilige Silvester (Sylvester)
Amtierender Papst und Bischof von Rom von 314 - 335


Festtag des heiligen Papstes Sylvester: 31. Dezember





Über das Leben des heiligen Silvester und seine Amtszeit als Papst


Am letzten Tage des Jahres 335 hatte man in Rom Papst Silvester zu Grabe getragen. Er fand sein Grab auf dem Friedhof der Priscilla, deren Besitztum beim dritten Meilenstein an der Via Salaria angrenzte. Spärlich fließen die geschichtlichen Quellen über das ohne Zweifel wichtige Pontifikat dieses Papstes, dessen Regierung sich fast auf das Jahr mit der des großen Konstantin deckte. Abgesehen von dem üppig wuchernden Rankenwerk späterer Legendenschreiber, die ohne Zweifel diesem großen Bischof den ihm zukommenden Standort im Rahmen des neuerkannten Weltbildes zuweisen wollten, haben ihn die eigenen Zeitgenossen durch zwei Worte ausgezeichnet: ,Confessor' und, Catholicus'. Weltweite Schau, weltumfassende Güte und weltdurchdringende Liebe mochten die Welt ebenso in seinen Bann gezogen haben wie der ihm eigene Mut eines Bekenners, die Gesinnungstreue eines Felsenmannes und die Gloriole eines von Gott begnadeten Bischofs auf der Kathedra Petri in Rom (Ludwig Voelkl). Papst Silvester i. (314-335), Nachfolger des Papstes Miltiades (s. 9. Dezember), wurde als 34. Oberhirte der Kirche gewählt. Er war ein geborener Römer. Ohne nennenswertes Aufsehen hatte er die für den Klerus vorgeschriebenen Rangstufen durchlaufen und sich immer wieder in die Einsamkeit der Berge zurückgezogen, die er nur ungern verließ, und trotzdem stand er bereits im Bannkreis der aufgehenden Sonne, die ihm den Sieg in Christus, seinem Meister verbürgte. Unter Papst Silvester nämlich vollzog Kaiser Konstantin der Große die grundlegende Umstellung der bisher christenfeindlichen römischen Staatsgewalt. Während seines Pontifikats fand auch das erste allgemeine Konzil zu Nicäa (325) statt, auf dem die Lehrautorität des Papstes vor der Welt manifestiert wurde. Nach der Legende soll Silvester während der Verfolgungen des Diokletian sich auf dem Berg Soracte bei Rom aufgehalten und Kaiser Konstantin ihn dann von dort zurückgeholt haben. Ein Bildzyklus dieser Legende befindet sich in der Silvester-Kapelle in SS. Quattro Coronati in Rom.

Silvester war es auch, der mit Unterstützung Konstantins die beiden Hauptbasiliken Roms, die Lateranskirche und die Peterskirche über dem Grabe des Apostels, erbauen ließ. Auch S. Croce in Gerusalemme entstand während seines Pontifikats. Die Mutter des Kaisers, die hl. Helena (s. 18. August), hatte aus Jerusalem die wertvollen Kreuzreliquien selbst mitgebracht. Silvester erließ einige wichtige kirchliche Gesetze. Mit ihm begann für die Kirche eine Zeit des Friedens und des Aufblühens. Er starb am 31. Dezember 335. Sein Fest besteht seit dem Jahre 354. Der hl. Silvester wird mit Papstkreuz und Tiara, mit Engeln und Buch dargestellt. Auch hat er einen Stier neben sich, weil er nach der Legende einen solchen, den ein Zauberer getötet hatte, um den Christengott herabzusetzen, in Jesu Namen wieder zum Leben erweckte, womit er die Macht des einzigen Gottes über alle Götzen erwies. Die Darstellung mit gefesseltem Drachen beruht ebenfalls auf einer Legende; der Olivenzweig wurde ihm beigegeben als Sinnbild des Friedens, den die Kirche endlich unter ihm erlangte. Der Heilige ist Patron der Haustiere (wegen seines Attributes), für ein gutes Futterjahr, was sich auf die Jahreswende bezieht in Verbindung mit einem auf das Neujahr bezüglichen Brauchtum.



Legende über den heiligen Papst Silvester


Auf dem Forum Romanum - so glaubt das römische Volk - liege unter den Säulen des Castor- und Polluxtempels ein Drache begraben. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde dieser Ort gemieden, weil, wie es hieß, die Luft dort verpestet sei, obgleich der Drache schon lange tot war. Im Altertum hatte dieser Drache den Menschen mit seinem Gifthauch geschadet und den Tod gebracht. Da hatte sich der heilige Papst Silvester an den verfemten Ort begeben. Unerschrocken trat er unter Zurücklassung seines Gefolges mit dem Kreuz in der Hand dem Untier entgegen, um es mit der Kraft des Gebets zu besiegen. Der Drache, so berichtet die Legende, sei beim Anblick des Papstes gelähmt vor seiner Höhle liegen geblieben. Man habe ihn mit einem dünnen Seidenfaden fesseln und dann töten können. Der riesige Leib aber sei unter den drei hochragenden korinthischen Säulen des Dioskurentempels verscharrt worden. Zum Dank für die Hilfe des Himmels errichtete der Papst an dieser Stelle eine Kirche, die den Titel S. Maria Liberatrice bekam. Sie wurde abgerissen, als man das Forum ausgrub, wobei man die versumpfte Juturna-Quelle entdeckte, die wahrscheinlich als Ursache der Volksmeinung von der verpesteten Luft gelten kann (nach R. Raffalt). Die Fresken in der Silvesterkapelle in SS. Quattro Coronati erzählen die Konstantinslegende, deren Symbolik offensichtlich ist, wie folgt: Der mit Aussatz behaftete Konstantin beruhigt, von plötzlichem Mitleid bewegt, die Frauen, deren Kinder getötet werden sollten, um - wie die Götzenpriester geraten hatten - den Kaiser in ihrem warmen Blut gesund zu baden. Der Kaiser träumt von den Aposteln Petrus und Paulus, die er für fremde Götter hält. Er schickt Boten zu Papst Silvester, der auf dem Berg Soracte in der Einsamkeit lebt und ihm erklärt, wer die Apostelfürsten sind. Silvester befiehlt dem Kaiser, die Bilder der Apostel zu verehren. Er heilt den Kaiser durch die Taufe vom Aussatz. Der Kaiser schenkt dem Papst die Herrschaft über Rom. Er geleitet ihn, sein eigenes Pferd zu Fuß am Zügel führend, zum Lateran, wo er dem Papste knieend die Tiara überreicht. Als der hl. Silvester den Tod nahen fühlte, stellte er seinen Priestern drei Forderungen: sie sollten mit Milde die Kirche regieren, ihre Herde behüten vor den Wölfen und einander von Herzen lieb haben.

Quellbezug: "Das große Buch der Heiligen" von Melchers, Südwest Verlag München
Kirchliche Druckerlaubnis: München 3.2.1978, GV Nr. 845/78/12; Dr. Gerhard Gruber, Generalvikar