Kreuzweg-Andachten

1. Kreuzweg mit Maria im Geiste des Apostolats
2. Kreuzwegandacht - eigenes Kreuz leichter ertragen



Kreuzweg mit Maria im Geiste des Apostolats

Vorbereitungsgebet

Du heilige Mutter meines Herrn, ich bitte dich, nimm mich bei der Hand und führe mich auf jenem Wege, auf dem du einstens schmerzgebeugt deinem göttlichen Sohne folgtest. Laß mich die Leiden nachempfinden, die jener erschütternde Anblick deinem reinen Herzen bereitet hat. Laß mich verstehen, was es um die Sünde ist, die dein Kind ans Kreuz geschlagen hat. Aber ich bitte dich, liebste Mutter, laß diese Erkenntnis in meiner Seele auch fruchtbar werden. Sie möge mir Abscheu einflößen vor allem, was Gott beleidigt und das bittere Leiden deines göttlichen Sohnes mehrt. Sie möge mir die Kraft geben, mein Kreuz auf mich zu nehmen und Jesus nachzufolgen als treuer Jünger.

Vor allem aber bitte ich dich, du meine Mutter und Königin, laß diese Erkenntnis und die Kraft, die mir daraus erwächst, zum überfließenden Born werden, der sich in die Herzen der Mitmenschen ergießt. Nicht ganz allein möchte ich dem Heiland nachfolgen, nicht allein jenen Weg beschreiten, der zum Vater führt, sondern meine Brüder heimholen in Christi ewiges Reich, damit auch sie hienieden ihn lieben aus ganzem Herzen und selig werden mit ihm in der Ewigkeit. Amen.


1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Maria hat dem Heiland das Leben geschenkt, aber die Menschen haben es ihm genommen. Maria hat ihn mit heiligem Entzücken ans Licht gebracht, aber die Menschen haben ihm das Licht nicht gegönnt. Maria hat ihn genährt, genutet und umsorgt, aber die Menschen haben ihn zum Tode verurteilt. Viele tragische Schicksale haben uns erschüttert, aber nicht eines davon kann sich messen an furchtbarer Tragik mit dem seinigen: da ist ein einziges Mal in der vieltausendjährigen Menschheitsgeschichte einer über die Erde geschritten, an dem keine Schuld war; ganz rein war er, heilig und sündenlos, und er hat Gutes getan, wohin er auch ging..., aber die Menschen, die sündigen Menschen haben ihn schmachvoll hingerichtet als Verbrecher; die Menschen haben ihn zum Tode verurteilt.

Die Menschen? Waren es nicht meine Sünden, die gerufen haben: "Ans Kreuz mit ihm"? Ich habe Gott beleidigt - hätte ich überhaupt dafür Sühne leisten können, wenn nicht Gott selbst zuvor meine Schuld auf sich genommen hätte?


Heilige Mutter Gottes, ich war es, der dein liebstes Kind zum Tode verurteilt hat. Erlange mir nun die Gnade, daß ich niemals einen Mitmenschen verurteile, daß ich hilfsbereit und mitleidvoll bin gegen meine Brüder, so wie dein Sohn. Laß mich erkennen, daß es die Grundlage einer jeden fruchtbaren Arbeit fürs Gottesreich ist, niemanden zu verurteilen, sondern selbst im größten Sünder noch das Bild Christi zu sehen und ihm liebend zu begegnen. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


2. Station: Jesus nimmt sein Kreuz auf sich

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Am Abend zuvor hatte Jesus auf dem Ölberg gebangt und gebetet: "Mein Vater, wenn es möglich ist, laß diesen Kelch von mir gehen!" Dann aber hatte er sich durchgerungen: "Nicht mein Wille geschehe, sondern der deine!" Von da an gab es kein Zaudern mehr. Jesus nahm niemals etwas zurück. Er ließ sich das Kreuz nicht auflegen wie ein Lasttier das Joch, er ergriff es und nahm es auf sich.

Dreiunddreißig Jahre früher hatte Maria gesprochen', "Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort." Damals hatte sie wohl dunkel geahnt, daß ihr Jawort sie eines Tages zur Mutter der Schmerzen machen würde. Aber nun war die Stunde der Bewährung gekommen. Das Kreuz, das ihr Sohn auf sich nahm, es war auch das ihre. Aber Maria nahm nichts zurück.

Wie habe ich schon manchmal, in einem Augenblick religiöser Begeisterung, mich Gott hingegeben; wie fühlte ich mich stark zum Leiden, wie habe ich jubelnd gerufen: "Tue mit mir, was du willst!" Aber wenn dann auch für mich die Stunde der Bewährung kommt, mache ich nicht einen Abstrich nach dem anderen? Was ich in einer großmütigen Anwandlung hingegeben habe, nehme ich es nicht Stück für Stück wieder zurück?


Heilige Mutter Gottes, ich bitte dich, erlange mir eine unwandelbare Treue gegen Gottes Gnade und seinen einmal erkannten Willen. Mach mich nüchtern und stark, damit ich erkenne, daß es kein apostolisches Wirken gibt ohne Kreuz, und damit ich dieses Kreuz entschlossen auf mich nehme und mein Ja dazu spreche, so wie dein Sohn und wie du. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Jesus ist hingefallen! Wie beten wir doch: "Der du die Allmacht selber bist..." Ja, Jesus ist die Allmacht selber. Nur ein Gedanke von ihm, und er hätte mit Leichtigkeit das Kreuz den Berg hinantragen und es auf Golgotha aufpflanzen können . . . Aber Jesus ist hingefallen. Die Allmacht ist schwach geworden, damit wir stark werden, damit wir die Kraft bekommen, uns wieder zu erheben von der schweren Sünde.

Wäre ich damals am Wege gestanden, als Jesus zu Boden stürzte, hätte ich nicht alles getan, um ihm liebend wieder aufzuhelfen?


Heilige Mutter Gottes, erlange mir die Erkenntnis, daß keine leibliche Not sich messen kann an Schrecklichkeit mit der Sündennot; und sooft ich meinen Nebenmenschen darniederliegen sehe unter der Last der schweren Sünde, laß mich nicht ruhen in meinem Bemühen, ihn wieder aufzuhelfen. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


4. Station: Jesus begegnet seiner heiligen Mutter

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Maria steht am Wege, als ihr Sohn sein Kreuz daherträgt, dornengekrönt, blutüberströmt, ein Bild tiefsten Jammers. Hätte man ihr die Wahl gestellt, sie...hätte tausendmal lieber selbst alle diese Qualen ertragen als Jesus so leiden sehen. Aber die Wahl ist ihr nicht gestellt worden. So steht Maria am Wege. Sie wendet den Blick nicht ab. Sie schreit nicht. Sie wird nicht ohnmächtig. Jesus wird für Veronika ein Wunder wirken. Jesus wird sprechen zu den weinenden Frauen von Jerusalem. Aber Jesus wirkt kein Wunder für seine Mutter. Er spricht kein Wort zu ihr, obwohl er sie doch mehr liebt als alle anderen Menschenkinder. Warum wohl?

Mariens Glaube ist so stark, daß sie keines Wunders, keines fühlbaren Trostes bedarf. Sie hat keinen Augenblick geschwankt, wenn auch alles sich verschworen hatte, um ihren Glauben auf die härteste Probe zu stellen. "Das aber ist der Sieg, der die Welt überwindet: unser Glaube..." Mariens Glaube hat Welt und Tod überwunden. Ihr Glaube hat den Sieg ihres Sohnes vorausgenommen, noch ehe er errungen war. Jesus hatte oft seine Jünger tadeln müssen wegen ihres Mangels an Glauben. Zu seiner Mutter hätte er nur sagen können: "Frau, dein Glaube ist groß."


Heilige Mutter Gottes, du kennst meine Glaubensschwäche. Wenn ich keinen fühlbaren Trost im Gebet habe, werde ich schwankend; wenn ich keinen Erfolg bei meinem Apostolat sehe, werde ich mutlos. Ich bitte dich, erlange mir jenen reinen Glauben, der ganz unabhängig ist von äußeren Dingen; der trotz Überdruß und Trockenheit, trotz Mißerfolg und Undank mich treibt, weiter zu beten und zu arbeiten, nicht zu meiner Befriedigung, sondern einzig und allein zur größeren Ehre Gottes. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen


Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Christus ist so ermattet, daß die Henkersknechte für sein Leben fürchten. "Wenn es so weitergeht, dann kommen wir nicht ans Ziel, dann stirbt er uns auf dem Weg. Das darf nicht sein!" So zwingen sie Simon von Cyrene, Hand anzulegen.

Simon tut es nicht gerne. Er kommt von seinem Landgut und ist müde; vielleicht freut er sich auf sein Heim und auf die wohlverdiente Ruhe. Und da muß er auf all das verzichten und das Kreuz tragen!

Jesus, der allmächtige Gott, wollte sich helfen lassen von einem schwachen Menschen. So hat er es damals gehalten. So hält er es noch heute, und so wird es sein bis zum Ende der Zeiten. Wir sind ja die Glieder seines mystischen Leibes, eins mit ihm durch die Taufe, so lebendig und lebenswahr verbunden mit ihm wie Hand oder Fuß mit dem Haupte. Können wir uns da am Kreuz vorbeidrücken? Ist es nicht eine unendliche Gnade, daß wir mitwirken dürfen am Erlösungswerk? Ist es aber nicht auch eine heilige Verpflichtung?


Du meine liebste Mutter und Königin, ich bin beschämt bei dem Gedanken, daß der allmächtige Gott meine schwache Hilfe annimmt. Ich erzittere bei dem Gedanken, daß er sie fordert! Du warst die erste Kreuzträgerin. Du bist als erste deinem heiligen Sohne nachgefolgt bis ans Ende. So erlange mir die Gnade, daß auch ich ihm meine Hilfe gewähren möge, großherzig und selbstvergessen, wann immer sein Anruf an mich ergeht. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch


Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Es wird berichtet, daß eine fromme Frau namens Veronika, als sie Jesus in so kläglichem Zustand einherschreiten sah, alle Menschenfurcht beiseite ließ und ihm ein Tuch reichte, mit dem er sein blut- und schweißbedecktes Antlitz trocknen sollte. Zum Dank für ihre Großherzigkeit ließ Jesus in diesem Tuch das Bild seines Angesichtes zurück.

Heute noch schreitet Jesus durch die Welt, gebeugt unter der Last des Kreuzes. In seiner Kirche wird er verfolgt, gemartert und verhöhnt. In unsern Brüdern tritt er uns entgegen, das Antlitz entstellt vom Blut der Leiden, vom Schweiß der Mühen, vom Staub und Unrat der Sünden. Und was wir tun, um das Leid unserer Brüder mitzutragen und zu mildern, ihre Mühen zu lindern, ihnen aufzuhelfen aus Sünde und sündiger Gewohnheit, das alles ist wie ein Schweißtuch, das wir liebend unserm Heiland reichen; nicht ein Schweißtuch, gewebt aus Flachs und Leinen, sondern das Schweißtuch unseres eigenen Herzens. Und mit jeder Träne eines Mitmenschen, die wir trocknen, mit jeder Sünde, die wir verhindern, wird das Bild des heiligen Antlitzes unserm Herzen immer deutlicher eingeprägt.


Heilige Mutter Gottes, kein Menschenkind war so ganz nach dem Bilde Christi geprägt wie du. So laß mich den Gliedern seines Leibes ein helfender Engel sein, auf daß sein Bild immer klarer in mir erstrahle, bis nichts mehr übrig ist von mir selbst und nur noch Christus in mir lebt. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz


Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Wieder liegt Jesus am Boden, niedergedrückt von der harten Last des Kreuzes. Wieder spannt er jeden Muskel an, um sich noch einmal zu erheben. Taumelnd richtet er sich auf unter den scharfen Hieben der Henker...

Mit diesem zweiten Fall wollte er uns die Kraft erlangen, uns von der läßlichen Sünde zu erheben. Mögen wir sie niemals als etwas Belangloses betrachten, sondern sie erkennen in ihrer ganzen Bosheit und Tücke. Vorsätzlich begangen, ist sie wie ein Aderlaß, der das Lebensblut mindert und die Seele schwächt. Wird sie aber zur Gewohnheit, dann ist sie eine schleichende Krankheit, die uns lau macht und uns schließlich die Kraft raubt, der Versuchung zur schweren Sünde zu widerstehen.


Heilige Mutter Gottes, an dir hat die Sünde niemals einen Anteil gehabt. Erlange mir einen großen Abscheu vor der läßlichen Sünde. Bewahre mich, ich bitte dich, besonders vor jenen Sünden und Unvollkommenheiten, die so leicht unbemerkt bleiben: die Unterlassungssünden aus Menschenfurcht oder Bequemlichkeit; die menschliche Eitelkeit und das Geltungsbedürfnis in den Werken des Apostolats; die äußere Betriebsamkeit auf Kosten des innerlichen Lebens; die Eifersucht und Lieblosigkeit in den kleinen Dingen des Alltags. Laß mich ganz rein und selbstlos, ganz unerschrocken und großmütig werden im Dienste deines göttlichen Sohnes. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


8. Station: Jesus spricht zu den weinenden Frauen


Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

"Weinet nicht um mich, sondern um euch selbst und eure Kinder!" sprach Jesus zu den Frauen, die ihre Tränen nicht zurückhalten konnten, als sie ihn in solchen Feinen sahen.

Vielleicht haben wir schon manchmal beim Beten des Kreuzwegs, beim Betrachten des bitteren Leidens Jesu Tränen des Mitleids vergossen. Hat sich da nicht auch eine geheime Selbstgefälligkeit geregt? Die Heiligen haben oft über das Leiden unseres Heilands geweint. Ist es nicht ein Zeichen der Frömmigkeit, wenn auch wir es tun? O nein, nicht darin liegt das Wesen der Frömmigkeit. Man weint ja auch manchmal im Theater oder beim Lesen eines Buches. Die Tränen, die wir bei der Betrachtung der Passion vergießen, können gut sein, weil sie unsere Liebe zu Jesus vermehren. Aber entscheidend sind sie nicht. Entscheidend ist allein das völlige Umdenken. Entscheidend ist das Sterben des alten Menschen mit seinen Sünden und Eitelkeiten, das Geborenwerden und Wachsen des neuen Menschen in Jesus Christus.


Heilige Mutter Gottes, ich bitte dich, bringe diesen neuen Menschen in mir hervor, denn Jesus Christus ist jetzt und immerdar deine Frucht. Bewahre mich vor jener Frömmigkeit, die sich in Gefühlen erschöpft. Erlange mir die Gnade jenes völligen Umdenkens, in dem die wahre Frömmigkeit besteht. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz


Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Jesus ist zusammengebrochen unter der drückenden Last. Er kann nicht mehr. Da liegt er hingestreckt auf dem steinigen Abhang, blutig und wund an allen Gliedern, das schwere Kreuz über ihm... Aber noch einmal richtet er sich mit äußerster Anstrengung auf, um seinen schweren Weg bis zum Ende zu gehen.

Jesus hat sich nicht geschämt, seine Schwäche zu zeigen. Er hat die Geduld nicht verloren. Mit letztem Krafteinsatz ist er weiter gegangen, obwohl er wußte, was vor ihm lag...

In der Kraft Christi haben wir uns von der schweren Sünde erhoben. In der Kraft Christi haben wir gelernt, die läßliche Sünde zu hassen und zu meiden. Und dann? Sind wir besser geworden? Besitzen wir auch nur eine Spur von der Heiligkeit, nach der wir strebten? Lau sind wir, und gedankenlos und gleichgültig. Unser ganzes religiöses Leben ist erstarrt zu einer Formel, ohne Glut und Kraft...

Und dann folgt der Überdruß und die Mutlosigkeit. Es hat ja alles keinen Zweck... Ich komme doch nicht weiter. Ich habe immer noch die gleichen Fehler. Warum soll ich mich quälen, wo ich es doch viel leichter haben könnte, wenn ich meine Forderungen an mich selbst nur ein klein wenig herabsetze?


Heilige Mutter Gottes, lehre mich erkennen, daß dein göttlicher Sohn zum dritten Mal gefallen ist, um mich vor der Mutlosigkeit im Tugendstreben zu bewahren. Er hat sich seiner Schwäche nicht geschämt. Auch ich will mich nicht schämen, nicht die Geduld verlieren, wenn es mir scheint, als könnte ich nicht mehr. Erlange du mir die Gnade, trotzdem weiterzuschreiten, jenem Gipfel zu, auf dem das Kreuz des Heilands mich erwartet. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt


Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Jesu ganzer Leib ist wund und weh: der Rücken bedeckt mit den blutigen Striemen der Geißelung, die Schultern wundgerieben vom Kreuz, Beine und Hände aufgeschlagen vom Hinfallen. Getränkt von seinem Blut hat sein Kleid sich an alle die Wunden geklebt. Und nun reißen die Henker es ab, brutal und schonungslos...

Wenn ich Jesus bis ans Ende folgen will, dann muß ich den alten Menschen ausziehen. Abstreifen muß ich alle Anhänglichkeit an Sünde und Unvollkommenheit, abstreifen die schlechten Gewohnheiten. Ja mehr noch! Lösen muß ich mich innerlich auch von den guten und heiligen Dingen: die Welt gebrauchen, als gebrauchte ich sie nicht... Wie schwer ist das, und wie schmerzt es! Haften mir doch alle diese Dinge an, sind sie doch verwachsen mit meiner Seele, wie Jesu Kleid mit seinem wunden Leib verwachsen scheint!

Aber durch den Schmerz, den er tausendfach erlitt, als das Kleid ihm grausam vom Leib gerissen wurde, hat mein Heiland mir die Kraft verdient, geduldig auch die letzte Loslösung zu ertragen.


Heilige Mutter Gottes, du hast dich vom Liebsten und Heiligsten lösen müssen. So erlange mir die Gnade, mich freudig loszulösen von allem, was nicht Gott ist, damit ich ihm allein anhange. Lehre mich, mein eigenes Ich stets hintanzusetzen und selbst auf meine besten Pläne zu verzichten, wenn Gehorsam und Liebe es erheischen. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


11. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt


Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Die Nägel hätten Gott nicht am Kreuz festhalten können, wenn seine Liebe ihn nicht daran festgehalten hätte. Die Freiheit Gottes läßt sich festnageln ans Kreuz, die Freiheit Gottes gibt sich gefangen - aus Liebe. Was hätten diese Hände noch Gutes tun können, wieviel Segen hätten sie noch spenden, wie viele Kranke heilen, wie viele Tote auf erwecken können! Aber sie sind festgenagelt. Unerforschlicher Ratschluß der Ewigen Weisheit!

"Was könnte ich alles tun, wenn ich nur frei wäre!" So sagt sich mancher von uns. "Wie gerne würde ich die Kranken besuchen - aber mein Beruf läßt mir keine freie Zeit." - "Ach, könnte ich doch nur täglich zur heiligen Messe gehen - aber da sind Mann und Kinder, die morgens versorgt werden müssen." - "So gerne würde ich tätig sein für das Reich Gottes - aber da ist nun diese Krankheit, die mich ans Bett fesselt." - "Wieviel Gutes könnte ich tun, wenn man mir nur erlaubte, zu arbeiten - aber da werden mir aus den eigenen Reihen andauernd Hindernisse in den Weg gelegt, und ich begegne nur Unverständnis, Gleichgültigkeit, Spott und Feindseligkeit." -

Sind nicht auch unsere Hände oft ans Kreuz genagelt? Unerforschlicher Ratschluß der Ewigen Weisheit!


Heilige Mutter Gottes, es war dein Fleisch und Blut, das da grausam durchbohrt wurde von spitzen Nägeln. Mit jedem Schlag des Hammers, der die Nägel tiefer ins Holz trieb, drang das Schwert der Schmerzen dir tiefer ins Herz. Ich bitte dich, lehre mich erkennen, daß ein wahrer Jünger deines göttlichen Sohnes mit ihm ans Kreuz genagelt ist. Laß mich nach keiner anderen Freiheit verlangen als nach der, immer und überall Gottes Willen zu tun. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


12. Station: Jesus stirbt am Kreuz


Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

"Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alles an mich ziehen", hatte Jesus gesagt. Nun ist es vollbracht. Das Kreuz ist zum Mittelpunkt des Weltalls geworden. Arme und Stamm des Kreuzes lassen sich ins Unendliche verlängern, werden zum Maß aller Dinge. Sie strecken sich durch alle Zeiten und Räume, um alles, was da ist, heimzuholen in das Reich der Erlösung... Oh, was ist es doch Großes um das Kreuz!

Verstehen wir das überhaupt noch? Unsere Zeit glaubt nicht mehr an Gottes Vaterliebe; darum versteht sie das Kreuz nicht. Sie haßt es, sie nimmt es weg, wo sie kann. Da leidet ein armer Mensch an einer unheilbaren Krankheit! Weg mit diesem Kreuz, schläfert ihn ein für immer, wenn es auch Mord ist! Die arme Ehefrau hat einen zänkischen Mann? Nur fort mit dem Kreuz, das sie ein ganzes Leben ertragen müßte, sie soll sich scheiden lassen, wenn es auch gegen Gottes Gesetz ist!. Lassen wir nicht schon den kleinen Kindern ihren Willen, um ihnen das Kreuz zu ersparen, auch wenn wir sie dadurch verwöhnen und zu selbstsüchtigen Menschen machen? So suchen wir überall die Kreuze abzunehmen. Aber werden die Menschen dadurch glücklicher? Wäre es nicht besser, sie die Wissenschaft des Kreuzes zu lehren, damit sie durch ihr tägliches Sterben das ergänzen, was am Leiden und Sterben Christi noch abgeht?


Heilige Mutter Gottes, niemand hat so gelitten unter dem Kreuz wie du. Und doch hast du dich nicht dagegen gewehrt. Du hast dich auch nicht blind und willenlos in das Unvermeidliche gefügt. Nein, du hast das Kreuz gewollt, weil du wußtest, daß Gott es wollte! Ich bitte dich, laß mich das Kreuz bejahen, für mich und meine Mitmenschen, so wie du es getan hast, im reinen Glauben an Gottes barmherzige Liebe. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


13. Station: Jesus wird vom Kreuze abgenommen und in den Schoß seiner heiligen Mutter gelegt


Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Eine Mutter, die ihr totes Kind in den Armen hält! Gibt es auf Erden einen größeren Schmerz? "Leb wohl, du meine Hoffnung, leb wohl, mein Liebstes! Es ist aus, es ist für immer zu Ende..."

Doch für Maria ist es ein neuer Anfang. Jesus liegt tot in ihren Armen. Aber in den unsäglichen Schmerzen, die sie um seinetwillen gelitten hat, ist sie zur Mutter seines mystischen Leibes geworden. Unter jenen Qualen, die sie zur Königin der Märtyrer gemacht haben, ist ihr Herz unendlich groß und weit geworden, so daß es in heiliger Mutterliebe alle umschließt bis ans Ende der Zeiten, die mit ihrem Sohn durch die Gnade verbunden sind. Der Lieblingsjünger, den Jesus ihr zum Sohn gegeben, ist ein Erstling aller, die noch kommen werden.


Heilige Maria, du Mutter des mystischen Leibes Christi, du bist auch die Mutter des Apostolats; denn was ist Apostolat anderes als dir helfen dürfen in deiner Muttersorge um jede einzelne Seele! Ich bitte dich, laß mich diese Lehre recht erkennen. Gib mir Mut und Entschlossenheit, ihr zu folgen und niemals zu erlahmen in meiner Sorge um das Heil meiner Brüder. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


14. Station: Jesus wird ins Grab gelegt

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Das Samenkorn muß in die Erde fallen und sterben... Das himmlische Samenkorn ist gestorben. Nun wird es in die Erde gelegt, auf daß es als strahlend goldene Ähre daraus emporsteige und unendlich viel Frucht bringe bis ans Ende der Zeiten.

Haben wir schon einmal das innere Sterben verkostet? Ein Schicksalsschlag war es vielleicht, oder ein großes Opfer, zu dem wir nach langem, ach so langem Ringen unser Ja gesprochen haben. Dann kam - gar nichts. Eine unendliche innere Leere. Wir waren wie betäubt. Wir lebten und arbeiteten willenlos und mechanisch. Das war die Zeit, da unser Ich im Grabe lag. Und dann - Monate oder gar Jahre nachher - merkten wir ganz allmählich, daß wir wieder zum Leben gekommen waren, wir wußten nicht wie. Alles war neu und licht und rein; wir waren besser geworden und mitfühlender - und glücklicher! Welch ein Jubel, welch eine Dankbarkeit, als wir es endlich klar erkannten!

Nicht jedes Sterben ist fruchtbar: nur das Sterben aus Liebe zu Gott.


Heilige Mutter Gottes, niemand hat so wie du das Wort deines göttlichen Sohnes vom Samenkorn begriffen. Niemand hat wie du das innere Sterben verkostet, als du dein Liebstes im dunklen Grabe zurückließest. Ich bitte dich, hilf mir, daß ich mir selbst absterbe. Und wenn dereinst die Stunde des leiblichen Todes kommt, dann bitte für mich, damit ich sterbe aus Liebe zu Gott und so zu einem Samenkorn werde, das seine Frucht bringt in der Ewigkeit. Amen.

Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser und hilf den Armen Seelen im Fegfeuer.


Schlußgebet


Du meine liebste Mutter und Königin, weit hast du mich geführt und vieles habe ich gesehen und erkannt. Dafür danke ich dir von Herzen. An deiner Seite will ich noch einmal niederknien in tiefer Anbetung vor der unfaßlichen Liebe Gottes, der solches für mich leiden wollte.

Dann will ich beten nach der Meinung unseres Heiligen Vaters, um die Ablässe zu gewinnen, die uns die Kirche für das Beten des Kreuzweges schenkt. Aber nicht für mich will ich sie behalten: in deine Hände lege ich sie, liebste Mutter; dir gehören sie, damit du sie verwendest nach deinem Gutdünken, wo immer der Ehre Gottes und dem Heil der Seelen am besten damit gedient ist.

Laß die Erkenntnisse, die ich gewonnen, die Vorsätze, die ich gefaßt, stets lebendig bleiben in meiner Seele, damit mein ganzes Leben zu einem heiligen Kreuzweg werde in der Nachfolge deines göttlichen Sohnes. Amen.
- Vollablaß -

(Aus: Das Goldene Buch v. hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort)




Jesus Verheißungen für die andächtige Begehung des Kreuzweges

An Bruder Estanislao 1903 - 1927. Der junge Spanier war mit 18 Jahren in das Noviziat der christlichen Schulbrüder in Bugedo eingetreten. Er machte das Gelübde der Vollkommenheit, des Gehorsam und der Armut. Im Monat Oktober 1926 gibt er sich Jesus als Opfer durch Maria. Bald nach dieser heroischen Hingabe überfällt ihn eine schwere Krankheit, welche ihn zur Ruhe zwingt. Er starb heiligmäßig im Monat März 1927. Nach den Aussagen seines Novizenmeisters war er eine auserwählte Seele, die himmlische Erleuchtungen erhielt. Sein Beichtvater und die Theologen erkannten die Echtheit dieses übernatürlichen Falles. Sein Vorgesetzter befahl ihm, alles niederzuschreiben, was unser Herr versprochen hat, für die "andächtige Begehung" des Kreuzweges.
  1. Alles, was man erbittet beim Beten des Kreuzweges, wird erhört.


  2. Ich verspreche das ewige Leben allen jenen, welche mit dem Gefühl der Anteilnahme manchmal den Kreuzweg beten.


  3. Ich bin bei ihnen während ihres ganzen Lebens und werde ihnen besonders in der Todesstunde zu Hilfe eilen.


  4. Selbst wenn jemand gesündigt hat, mehr als Gräser im Feld sind und mehr als Sand am Meer ist, durch das Beten des Kreuzweges wird alles ausgelöscht. Dieses Versprechen schließt jedoch nicht aus, dass man die schweren Sünden beichten muss, besonders vor dem Empfang der heiligen Kommunion.


  5. Jene, welche oft den Kreuzweg beten, erhalten eine besondere Glorie im Himmel.


  6. Ich werde sie aus dem Fegefeuer befreien, wenn sie dort sein sollten und zwar am ersten Dienstag oder Freitag nach ihrem Tod.


  7. Mein Segen wird mit ihnen sein bei jedem Begehen des Kreuzweges, und mein Segen wird mit ihnen sein im Tode, im Himmel und in alle Ewigkeit.


  8. In der Stunde des Todes gestatte Ich nicht, dass der Satan sie versucht. Ich werde meine ganze Kraft aufwenden, dass sie in meinen Armen ruhen können.


  9. Wenn sie den Kreuzweg mit Liebe beten, mache Ich aus jedem von ihnen ein (lebendiges) lebendes Ziborium, wo Ich dann mit Freuden meine Gnaden ausgieße.


  10. Ich werde meine Blicke auf jene richten, welche oft den Kreuzweg beten. Meine Arme sind immer ausgebreitet, um sie zu schützen.


  11. Wie Ich am Kreuz angenagelt bin, genau so werde Ich immer mit jenen sein, die mich verehren, indem sie den Kreuzweg beten.


  12. Sie können sich nicht mehr von mir trennen, denn Ich gebe ihnen die Gnade, dass sie vor jeder schweren Sünde bewahrt bleiben.


  13. In der Stunde des Todes werde Ich sie durch meine Gegenwart trösten und wir gehen zusammen in den Himmel. Für jene, welche oft den Kreuzweg gebeten haben, wird der Tod leicht sein.


  14. Meine Seele wird für sie ein Schutzmantel sein; ich werde ihnen immer zu Hilfe eilen, dass sie in mir die Ruhe finden.
(Aus Sr. Faustine Sekretariat, 59916 Brilon)



Die Gnade des Kreuzweg-Ablasses


Nach den *Ablassbestimmungen wird dem Gläubigen, der die fromme Übung der Kreuzwegandacht verrichtet, ein Vollablass gewährt.

Die Andacht muss an rechtmäßig errichteten Kreuzwegstationen gebetet werden (in einer Kirche oder auf einem öffentlichen Platz mit Stationen).

Zur Übung der Kreuzwegandacht genügt die Betrachtung des Leidens und Sterbens Jesu, ohne dass die einzelnen Stationsgeheimnisse berücksichtigt werden müssen.

Erforderlich ist aber das Gehen von Station zu Station. Wenn bei einem öffentlichen Kreuzweg nicht alle Teilnehmer ohne Störung mitgehen können, genügt es, wenn der Vorbeter sich zu den Stationen begibt und die übrigen an ihren Plätzen bleiben.

"Verhinderte" (z.B. Kranke) können denselben Ablass gewinnen, wenn sie wenigstens eine halbe Stunde lang das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus betrachten.

Dieser Vollablass nach den *Ablassbestimmungen kann auch den Armen Seelen zugewendet werden. Es ist dies ein großes geistiges Geschenk.



ES GIBT TEILABLÄSSE UND VOLLABLÄSSE.



*Bestimmungen, um einen vollen Ablass zu gewinnen:

Für jeden Getauften ..., der nicht von der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen ist und der einen vollkommenen Ablass zu gewinnen beabsichtigt, sind folgende Bedingungen gegeben:
  1. Sakramentale Beichte.
  2. Würdige hl. Kommunion (am Tage der Ablasshandlung).
  3. Gebet nach Meinung des Hl. Vaters (ein "Vater unser" und ein "Gegrüßet seist du Maria"). Zur Gewinnung eines mit einer Kirche verbundenen Ablasses ist deren andächtiger Besuch notwendig, dabei wird das Gebet des Herrn und das Glaubensbekenntnis gesprochen.
  4. Loslösung von jeder bewussten Anhänglichkeit an die Sünde, auch die Loslösung von jeglicher lässlichen Sünde.
  5. Das vorgeschriebene Werk.
Sind die "Voraussetzungen zu einem Vollablass gegeben", werden nach der aktuellen Ablassordnung beispielsweise folgende Werke und Segnungen mit einem vollkommenen Ablass belohnt:

die Anbetung des allerheiligsten Altarsakramentes (wenigstens eine halbe Stunde);
die heilige Kreuzwegandacht (von Station zu Station gehen);
das "andächtige" Beten des heiligen Rosenkranzes in einer Kirche, einer Kapelle, in der Familie oder in einer religiösen Gemeinschaft;
die andächtige Lesung der Heiligen Schrift (wenigstens eine halbe Stunde);
das Gebet "Siehe, o gütigster Jesus" an den Freitagen der Fastenzeit;
die Kreuz-Verehrung in der Karfreitagsliturgie;
die Erneuerung der Taufgelübde in der Osternacht;
der Papstsegen URBI ET ORBI auch am Rundfunk und Bildschirm wiederum am Ostersonntag;
das Singen des "Tantum ergo" an Fronleichnam;
der öffentliche Weiheakt an das heiligste Herz Jesu am Herz-Jesu-Fest;
der Jahrestag des eigenen Tauftages;
das Fest des Patroziniums;
die feierliche eucharistische Prozession;
die Teilnahme an einer Erstkommunion;
der 31. Dezember beim öffentlichen Gesang des "Großer Gott, wir loben Dich...";
der Gräberbesuch und das Beten für die Seelen der Verstorbenen in der Zeit vom 1. bis 8. November, täglich. (Hier beim Gebet am Grab ist der Ablass ausschließlich den Armen Seelen zuwendbar.)

Es genügt eine sakramentale Beichte (welche auch einige Tage zurückliegen darf), um an weiteren Tagen täglich einen vollkommenen Ablass empfangen zu können. Einen vollkommenen Ablass kann man nur einmal am Tag gewinnen. Dennoch kann der Christgläubige einen vollkommenen Ablass "in der Sterbestunde" gewinnen, auch dann, wenn er am gleichen Tag schon einen vollkommenen Ablass gewonnen hat.

Wird eine Bedingung nicht erfüllt, so gewinnt man einen unvollkommenen Ablass, d. h. einen teilweisen Nachlass der verbliebenen zeitlichen Sündenstrafen. Dies auch bei der geistigen Kommunion; bei der Berufsausübung und Ertragung der täglichen Mühen, wenn sie verbunden sind mit einer frommen Anmutung; beim Dienst an Kranken und Notleidenden; bei Erweckung des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe und der Reue; beim "Engel des Herrn"; beim Gebet "Seele Christi heilige mich ..."; beim Gebet "Zu Dir, hl. Josef, nehmen wir unsere Zuflucht ..."; beim Anhören einer Predigt usw. Teilablässe können jeden Tag zusätzlich unbegrenzt zum täglich möglichen vollkommenen Ablass erworben werden.

Vergessen wir nie, nach Meinung des Hl. Vaters zu beten, um den Gewinn eines vollkommenen Ablasses erlangen zu können, den wir auch der Gottesmutter Maria zur Weiterleitung an die ärmsten Seelen schenken können.

Wichtiger Grund, weshalb die Kirche immer wieder zur häufigen, regelmäßig guten Beichte (auch der lässlichen Sünden) aufruft, ist unter anderem die Gnadenmehrung und um häufig unter den genannten Bedingungen einen vollkommenen Ablass gewinnen zu können.
Die Kirche hat die Macht zur Ablassgewährung aufgrund des unendlichen Wertes, den die Sühneleistungen und Verdienste Christi bei Gott Vater haben. Und zu diesem Kirchenschatz gehören auch die unermeßlich wertvollen Gebete und guten Werke der seligen Jungfrau Maria und aller Heiligen.

Wir dürfen uns also darüber freuen, dass uns die einzige Kirche Christi mit diesem Verdienstschatz hilft, schmerzhafte zeitliche Sündenstrafen zu tilgen und uns so auch gerade in der hl. Fastenzeit zu Werken der Frömmigkeit, der Buße und der Nächstenliebe anregt. Wir sollten daher jeden Morgen die Absicht erneuern, alle uns möglichen Ablässe zu gewinnen.

Man kann den Ablass alleinig den Armen Seelen oder sich selber zuwenden.


Quellen:
Die Ablassgebete der katholischen Kirche, Christiana-Verlag und
www.padre.at/ablass.htm



Siehe auch:
Gebete_Ablass_Arme-Seelen.pdf  
(Teilweiser Auszug aus: Die Ablassgebete der katholischen Kirche, Christiana-Verlag)

www.kath.net/detail.php?id=38368
Jahr des Glaubens: Vatikan gibt Details zum Ablass bekannt.


Zusätzlich Aufschlussreiches und Segensreiches über den Ablass unter:
www.vatican.va/archive/DEU0035/_P4M.HTM




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