Katholischer Katechismus  


Erstes Hauptstück.

Von dem Glauben.


Heilige Familie - Maria und Josef mit Jesus, Erlöser und Gottes Sohn


§ 1. Begriff und Gegenstand des Glaubens.

11. Was heißt glauben im christlichen Sinne?

Glauben im christlichen Sinne heißt alles fest für wahr halten, was Gott, die ewige, unfehlbare Wahrheit, geoffenbart hat.

Glauben im allgemeinen heißt etwas für wahr halten auf die Autorität (das Ansehen) eines andern hin, und zwar bezeichnet es im eigentlichen Sinne immer ein festes Fürwahrhalten, nicht ein bloßes Meinen; letzteres ist der uneigentliche Sinn des Wortes.

Glauben im religiösen Sinnen (Gott glauben) heißt etwas für wahr halten auf die untrügliche Autorität Gottes hin. Glauben im vollen christlichen Sinne heißt alles, was Gott geoffenbart hat, auf die Autorität Gottes hin für wahr halten.

12. Durch wen hat uns Gott seine Offenbarungen gegeben?

Gott hat uns seine Offenbarungen gegeben im alten Bunde durch die Patriarchen und Propheten; im Neuen Bunde durch seinen Sohn Jesus Christus und die Apostel.

"Vielfach und mannigfaltig hat Gott einst zu den Vätern durch die Propheten geredet; zuletzt hat er in diesen Tagen zu uns durch seinen Sohn geredet." (Hebr. 1, 1. 2.)

13. War die göttliche Offenbarung notwendig?

Die göttliche Offenbarung war durchaus notwendig; denn ohne sie hätten wir viele Heilswahrheiten nur schwer und ungenügend und die meisten gar nicht erkannt.

14. Wer stellt uns alles zu glauben vor, was Gott geoffenbart hat?

Was Gott geoffenbart hat, stellt uns die katholische Kirche zu glauben vor, die von Gott selbst hiezu beauftragt ist.

Unter der katholischen Kirche sind hier nur die Vorsteher der Kirche zu verstehen, nämlich der Papst und die Bischöfe als Nachfolger der Apostel. An diese ist das Wort Christi gerichtet: "Gehet hin und lehret alle Völker." (Matth. 28, 19.)

Die Kirche stellt etwas zu glauben vor, wenn sie es für eine von Gott geoffenbarte Wahrheit erklärt und als solche zu glauben befiehlt.


§ 2. Quellen des Glaubens.

15. Worin ist das, was Gott geoffenbart hat, enthalten?

Was Gott geoffenbart hat, ist enthalten in der Heiligen Schrift oder Bibel und in der Erblehre oder Überlieferung (Tradition).

Die Heilige Schrift und die Überlieferung heißen deshalb Quellen des Glaubens; aus ihnen schöpft die Kirche alle jene Lehren, die sie uns im Auftrage Christi zu glauben vorstellt.


1. Die Heilige Schrift.

16. Was versteht man unter der Heiligen Schrift?

Unter der Heiligen Schrift versteht man die Gesamtheit jener Bücher, die unter Eingebung des Heiligen Geistes geschrieben und als Gottes Wort von der Kirche anerkannt sind.

17. Wie wird die Heilige Schrift eingeteilt?

Die Heilige Schrift wird eingeteilt in die Bücher des Alten und die Bücher des Neuen Testamentes.

Das Alte Testament ist größtenteils in hebräischer, das Neue in griechischer Sprache geschrieben.

18. Welche Offenbarungen enthält das Alte Testament?

Das Alte Testament enthält jene Offenbarungen, die vor der Ankunft Christi von Gott gegeben wurden.

19. Welches sind die Bücher des Alten Testamentes?

Die Bücher des Alten Testamentes sind:

1) 21 Geschichtsbücher, welche die Erschaffung der Welt, die Schicksale der Patriarchen und des jüdischen Volkes erzählen;

2) 7 Lehrbücher, welche Sammlungen von Psalmen, von weisen Sprüchen und Lebensregeln sind;

3) 17 prophetische Bücher, welche hauptsächlich Bußpredigten und tröstende Weissagungen enthalten.

Die Geschichtsbücher sind: 5 Bücher Mosis, das Buch Josue; der Richter, Ruth, 4 Bücher der Könige, 2 der Chronik oder Paralipomenon, das Buch Esdras, Nehemias, Tobias, Judith, Esther, 2 Bücher der Machabäer.

Die Lehrbücher sind: ob, die Psalmen, die Sprüche, der Prediger oder Ekklesiastitus.

Die prophetischen Bücher sind: Isaias, Jeremias mit Baruch, Ezechiel, Daniel (die vier großen Propheten), Osee, Joel, Amos, Abdias, Jonas, Michäas, Nahum, Habakuk, Sophonias, Aggäus, Zacharias und Malachias (die 12 kleinen Propheten).


20. Welche Offenbarungen enthält das Neue Testament?

Das Neue Testament enthält jene Offenbarungen, die wir durch Christus und die Apostel empfangen haben.

21. Welches sind die Bücher des Neuen Testamentes

Die Bücher des Neuen Testamentes sind:

1) 4 Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, welche das Leben Jesu erzählen, und die Apostelgeschichte vom hl. Lukas.

2) 14 Briefe des hl. Paulus und 7 Briefe von den andern Aposteln, welche Glaubens- und Sittenlehren enthalten;

3) die Geheime Offenbarung des heiligen Johannes oder die Apokalypse, welche die Kämpfe und Siege der Kirche vorhersagt.

Die Briefe des hl. Paulus sind: 1 Brief an die Römer, 2 an die Korinther, 1 an die Galater, 1 an die Epheser, 1 an die Philipper, 1 an die Kolosser, 2 an die Thessalonicher, 2 an Timotheus, 1 an Titus, 1 an Philemon, 1 an die Hebräer.

Die Briefe von andern Aposteln sind: 1 Brief des hl. Jakobus, 2 des hl. Petrus, 3 des hl. Johannes, 1 des hl. Judas Thaddäus.

22. Wer verbürgt uns, daß alle Bücher der Heiligen Schrift unter Eingebung des Heiligen Geistes verfaßt sind und das reine, unverfälschte Wort Gottes enthalten?

Daß alle Bücher der Heiligen Schrift unter Eingebung des Heiligen Geistes verfaßt sind und das reine, unverfälschte Wort Gottes enthalten, verbürgt uns das unfehlbare Lehramt der Kirche.

23. Woher wissen wir sonst noch, daß die Bücher der Heiligen Schrift und insbesondere die darin erzählten Tatsachen glaubwürdig sind?

Daß die Bücher der Heiligen Schrift und insbesondere die darin erzählten Tatsachen glaubwürdig sind, wissen wir auch aus den zuverlässigsten Zeugnissen der Geschichte.

Ein Buch ist glaubwürdig, wenn es:

1) echt ist, d. h. von jenem Verfasser herkommt, dem es zugeschrieben wird, wenn es

2) unverfälscht geblieben, und wenn

3) sein Verfasser glaubwürdig ist, d. h. wenn derselbe die Wahrheit sicher wissen konnte und getreu berichten wollte.

Diese drei Stücke stehen aber bezüglich der Heiligen Schrift durch geschichtliche Zeugnisse so fest wie in bezug auf kein anderes Buch des Altertums. (Vgl. Apologetik § 21 - 24; § 30, Anmerk. 1.)



1. Die Überlieferung.

24. Was versteht man unter Überlieferung?

Unter der Überlieferung versteht man jene geoffenbarten Wahrheiten, welche die Apostel zwar gepredigt, aber nicht niedergeschrieben haben.

Dieses ist die Überlieferung im engern Sinne. Das Wort wird aber auch in einem weitern Sinne gebraucht und bezeichnet dann alle geoffenbarten Wahrheiten, welche von Christus und den Aposteln der Kirche übergeben und in dieser von Geschlecht zu Geschlecht überliefert sind.

25. Haben also die Apostel nicht alle Lehren Christi niedergeschrieben?

Nein; die Apostel haben weder alle Taten noch alle Lehren Christi niedergeschrieben.

Darum ermahnte der hl. Paulus schon die ersten Christen: "So stehet denn fest, Brüder, und haltet an den Unterweisungen, die ihr erlernt habet, es sei durch Wort oder durch einen Brief von uns." (2. Thess. 2, 14.) Und der hl. Johannes sagt: "Es ist noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wollte man dieses einzeln aufschreiben, so glaube ich, würde die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären." (Joh. 21, 25.)

26. Warum haben die Apostel nicht wenigstens alle Lehren Christi niedergeschrieben?

Christus wollte, daß seine Lehren hauptsächlich durch die Predigt erhalten und verbreitet würden; darum sprach er zu seinen Aposteln nicht: Schreibet, sondern: "Predigt das Evangelium allen Geschöpfen." (Mark. 16, 15.)

Wenn Christus gewollt hätte, daß seine Lehren nur durch Bibellesen erhalten und verbreitet würden, warum hat er denn selbst nicht geschrieben? Warum schrieben nicht alle Apostel, sondern nur einzelne, und zwar erst spät und nur gelegentlich?

27. Wie hat sich die Überlieferung fortgepflanzt?

Die Überlieferung hat sich fortgepflanzt sowohl durch den mündlichen Unterricht als durch die Satzungen und Gebräuche der Kirche und die Schriften der heiligen Väter.

Die einstimmige Lehre der heiligen Väter muß als die Lehre Christi und der Apostel betrachtet werden; daher dürfen wir niemals von ihr abweichen.

28. Ist es also nicht genug, wenn wir bloß das glauben, was in der Heiligen Schrift steht?

Nein; wir müssen die Überlieferung ebensowohl glauben wie das, was in der Heiligen Schrift steht; denn sie ist ebensowohl von Gott geoffenbart.


§ 3. Glaubensregel.

29. Was muß der Christ überzeugt glauben?

Der Christ muß alles glauben, was Gott geoffenbart hat und die katholische Kirche zu glauben vorstellt, mag dasselbe in der Heiligen Schrift stehen oder nicht.

Es ist nicht Sache des einzelnen Christen, die geoffenbarten Wahrheiten aus den beiden Glaubensquellen der Heiligen Schrift und der Überlieferung zu schöpfen; dies ist Sache der Kirche; aus ihrer Hand müssen wir die geoffenbarten Wahrheiten empfangen.

30. Warum müssen wir die geoffenbarten Wahrheiten aus der Hand der Kirche empfangen, anstatt sie unmittelbar der Heiligen Schrift und der Überlieferung zu entnehmen?

Wir müssen die geoffenbarten Wahrheiten aus der Hand der Kirche empfangen, weil nur die Kirche unter dem besondern Beistande des Heiligen Geistes Schrift und Überlieferung unverfälscht und unfehlbar erklärt.

Nur die Kirche kann sich rühmen, "eine Säule und Grundfeste der Wahrheit" zu sein (1. Tim. 3, 15). (Vgl. Fr. 260 und 261.)

31. Ist es also niemals erlaubt, die Schrift oder Überlieferung dem Sinne der katholischen Kirche zuwider auszulegen?

Nein; denn das hieße Schrift und Überlieferung besser verstehen wollen als der Heilige Geist, welcher die Kirche in den wahren Sinn derselben einführt.

32. Ist aber die Heilige Schrift nicht klar und für jedermann verständlich?

Keineswegs; die Heilige Schrift ist ein geheimnisvolles Buch, "worin manches schwer verständlich ist, was ununterrichtete und leichtfertige Menschen zu ihrem eigenen Verderben mißdeuten." (2. Petr. 3, 16.)

Weil manches in der Heiligen Schrift leicht mißverstanden werden kann, und weil nicht selten verfälschte Bibeln dem Volke zum Kaufe angeboten werden, so hat die Kirche mit Recht verordnet, daß die Übersetzungen, in welchen die Gläubigen die Heilige Schrift lesen wollen, kirchlich gutgeheißen und mit bewährten Erläuterungen versehen sein müssen.

33. Ist es also ein Irrtum, wenn man sagt, die Heilige Schrift sei die einzige Glaubensquelle, aus der jeder durch eigenes Forschen seinen Glauben schöpfen müsse?

Es ist ein doppelter Irrtum, wenn man sagt, die Heilige Schrift sei die einzige Glaubensquelle, aus der jeder durch eigenes Forschen seinen Glauben schöpfen müsse, denn erstens gibt es zwei Glaubensquellen, Schrift und Überlieferung; und zweitens kann nur die Kirche daraus die Glaubenswahrheiten mit unfehlbarer Sicherheit schöpfen.

Die Bibel kann unmöglich allein die Richtschnur für unseren Glauben sein; denn

1) sie enthält nicht die vollständige Offenbarung (Vgl. Fr. 25.)

2) In der Bibel steht nirgends wie viele göttliche Bücher es gibt, und wie sie heißen; wenn wir dieses nicht aus der Erblehre wüßten, so wüßten wir nicht einmal, welches die rechte Bibel ist,.

3) Die Bibel entscheidet nicht in zweifelhaften Fällen über den wahren Sinn ihrer Worte; daher beriefen sich stets alle Sekten für ihre einander widersprechenden Lehren auf die Bibel, und jede behauptete, sie habe den wahren Sinn getroffen.

4) Wollten wir die Bibel allein ohne die Erblehre zu Rate ziehen, so müßten wir z. B. noch mit den Juden den Sabbat statt des Sonntags feiern und vom Genusse des Blutes und des Erstickten uns enthalten. (Apostg. 15, 20.)

Nutzanwendung: Traue in Glaubenssachen nie deiner eigenen Einsicht, sondern halte dich dein ganzes Leben lang an die Lehre der heiligen katholischen Kirche; denn wenn du glaubst, was die katholische Kirche lehrt, so glaubst du Gottes Wort.



§ 4. Notwendigkeit des Glaubens.

34. Ist der Glaube notwendig zur Seligkeit?

Der Glaube ist zur Seligkeit durchaus notwendig; denn Christus sagt: "Wer nicht glaubt, der wird verdammt werden." (Mark. 16, 16.)

"Wer nicht glaubt, der ist schon gerichtet." (Joh. 3, 18.) "Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen." (Hebr. 11, 6.)

35. Macht jeder Glaube selig?

Nein, nur der wahre, von Christus gelehrte Glaube macht selig; denn gerade mit Rücksicht auf diesen Glauben sagt Christus: "Wer nicht glaubt, der wird verdammt werden."

"Wer an den Sohn (Gottes) glaubt, der hat das ewige Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm." (Joh. 3, 36.)

Es ist also falsch, zu sagen, auf den Glauben komme es nicht an; es sei einerlei, welchen Glauben man habe, wenn man nur rechtschaffen lebe. Es steht zwar geschrieben: "Wer immer Gott fürchtet und Gerechtigkeit übt, ist ihm angenehm" (Apstgsch. 10, 345); aber wer den Glauben gering schätzt, den Gott bei Strafe der ewigen Verdammnis anzunehmen befiehlt; der fürchtet eben Gott nicht und ist nicht rechtschaffen in Gottes Augen. Wäre es einerlei, welchen Glauben man habe, so hätte Gott gar keine Glaubenslehren zu offenbaren brauchen, und alles, was er getan hat, um dieselben zu verbreiten, wäre zwecklos gewesen.

36. Welche Kirche hat den wahren, von Christus gelehrten Glauben?

Den wahren, von Christus gelehrten Glauben hat nur die katholische Kirche; denn sie allein hat diesen Glauben von Christus und den Aposteln empfangen und stets unverfälscht bewahrt.

Bei der Lehre von der Kirche wird gezeigt;

1) daß nur die katholische Kirche die wahre Kirche Christi ist (Fr. 244 - 255);

2) daß sie als solche in der Verkündigung der Lehre Christie niemals in Irrtum geraten kann (Fr. 260 u. 261).

Die anderen Religionsgesellschaften, die sich christlich nennen (wie Lutheraner, Calvinisten, Zwinglianer usw.), können nicht dasselbe von sich sagen. Sie haben

1) ihren Glauben nicht unmittelbar von Christus und den Aposteln empfangen; denn sie sind erst lange nach Christus entstanden durch Abfall von der katholischen Kirche.

2) Was sie von der Lehre Christi aus der heiligen katholischen Kirche mitnahmen, haben sie nicht unverfälscht bewahrt; denn sie ändern beständig an ihrem Glauben.

Nutzanwendung: Da also der wahre Glaube zur Seligkeit notwendig ist und nur die die katholische Kirche denselben besitzt, so freue dich und danke Gott, daß du ein Kinde der heiligen katholischen Kirche bist; es gibt "keinen größeren Reichtum, keinen größeren Schatz als den katholischen Glauben". (Hl. Augustinus)



§ 5. Eigenschaften des Glaubens.

37. Wie muß unser Glaube beschaffen sein?

Unser Glaube muß

1) vollständig,

2) fest,

3) standhaft,

4) lebendig sein.

38. Wann ist unser Glaube vollständig?

Unser Glaube ist vollständig, wenn wir nicht nur einige, sondern alle Lehren glauben, die Gott geoffenbart hat und die katholische Kirche zu glauben vorstellt.

Es ist also keinem frei, von den geoffenbarten Wahrheiten nur einige als wesentliche anzunehmen und andere als unwesentliche zu verwerfen; denn 1) das hieße voraussetzen, Gott habe in einzelnen Dingen auch Falsches geoffenbart, was zu denken eine Gotteslästerung wäre; 2) wer nur glaubt, was ihm beliebt, hat soviel wie seinen Glauben, weil er im Grunde genommen nicht Gott, sondern seiner eigenen Einsicht glaubt.

39. Wann ist unser Glaube fest?

Unser Glaube ist fest, wenn wir an keiner Glaubenslehre freiwillig zweifeln.

Beisp.: Abraham seines festen Glaubens belohnt; Moses und Aaron eines Zweifels wegen bestraft.

40. Wann ist unser Glaube standhaft?

Unser Glaube ist standhaft, wenn wir bereit sind, lieber alles, selbst das Leben hinzugeben, als vom Glauben abzufallen.

Beisp.: Die heiligen Märtyrer.

41. Was führt zum Abfall vom Glauben?

Zum Abfalle vom Glauben führt

1) Stolz und vorwitziges Nachgrübeln übe die Geheimnisse der Religion;

2) Vernachlässigung des Gebetes und der übrigen Religionspflichten;

3) Weltsinn und lasterhaftes Leben;

4) Lesung religionsfeindlicher Bücher und Zeitungen;

5) Gemischte Ehen sowie jeder vertraute Verkehr mit Irr- und Ungläubigen, besonders mit Religionsspöttern.

1) "Ich preise dich, Vater, Herr Himmels und der Erde, daß du dieses vor den Weisen und Klugen verborgen, den Kleinen aber geoffenbart hast." (Matth. 11, 25.)

2) "Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden das die Früchte desselben hervorbringt." (Matth. 21, 43.)

3) "Bewahre ein gutes Gewissen! Einige haben es von sich gestoßen und im Glauben Schiffbruch gelitten." (1. Tim. 1, 19.)

4) "Kann wohl ein Mensch Feuer bergen in seinem Busen, ohne daß seine Kleider verbrennen, oder auf glühenden Kohlen gehen, ohne daß seine Füße verletzt werden?" (Spr. 6, 27. 28.)

5) "Hütet euch vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind!" (Matth. 7, 15.)

42. Wann ist unser Glaube lebendig?

Unser Glaube ist lebendig, wenn wir nach demselben leben, d. h. das Böse meiden und das Gute tun, wie der Glaube es vorschreibt.

"Gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot." (Jak. 2, 26.)


§ 6. Bekenntnis des Glaubens.

Kreuzzeichen.

43. Ist es genug, daß wir den Glauben im Herzen bewahren?

Nein, wir müssen den Glauben auch äußerlich bekennen.

"Wer mich vor den Menschen bekennen wird, den will auch ich vor meinem Vater bekennen, der im Himmel ist. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den will auch ich vor meinem Vater verleugnen, der im Himmel ist." (Matth. 10, 32. 33.)

44. Durch welches Zeichen bekennt der katholische Christ gewöhnlich seinen Glauben?

Der katholische Christ bekennt gewöhnlich seinen Glauben durch das Zeichen des heiligen Kreuzes.

45. Inwiefern bekennen wir unsern Glauben durch das heil. Kreuzzeichen?

Durch das heil. Kreuzzeichen bekennen wir unsern Glauben an die Hauptgeheimnisse der christlichen Religion, nämlich an die allerheiligste Dreifaltigkeit und an unsere Erlösung durch den Kreuzestod Christi.

46. Dient das heil. Kreuzzeichen bloß dazu unsern Glauben zu bekennen?

Nein; das heilige Kreuzzeichen hat auch eine große Kraft, den bösen Feind zu vertreiben und den Segen des Himmels auf uns herabzuziehen.

Darum ist es gut und heilsam, das Kreuzzeichen oft zu machen, besonders beim Aufstehen und Schlafengehen, vor und nach dem Gebete, vor wichtigen Geschäften, in Versuchungen und Gefahren.

Nutzanwendung: Schäme dich niemals des katholischen Glaubens, noch des heiligen Kreuzzeichens. Meide sorgfältig alles, was den Glauben in Gefahr bringt, besonders vorwitziges Nachgrübeln über die Geheimnisse der Religion, das Lesen schlechter Bücher und Schriften und den Umgang mit ungläubigen oder lasterhaften Menschen.



Von dem apostolischen Glaubensbekenntnisse.

47. Worin sind jene Glaubenslehren enthalten, die wir vor allem kennen müssen?

Jene Glaubenslehren, die wir vor allem kennen müssen, sind enthalten in den zwölf Artikeln des apostolischen Glaubensbekenntnisses.

Es genügt nicht, daß wir bloß im allgemeinen bereit sind, alles zu glauben, was Gott geoffenbart hat und die katholische Kirche zu glauben vorstellt; wir müssen wenigstens die wichtigsten Glaubenslehren auch im einzelnen kennen. Diese sind zusammengestellt im apostolischen Glaubensbekenntnis. Dasselbe ist aber zugleich ein kurzer Inbegriff aller Glaubenslehren, weshalb es bei der Darstellung derselben passend zugrunde gelegt wird.

48. Warum heißt dieses Glaubensbekenntnis apostolisch?

Dieses Glaubensbekenntnis heißt apostolisch, weil es aus den Zeiten der Apostel herstammt und wahrscheinlich von den Aposteln selbst verfaßt worden ist.




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